Donnerstag, 27. Februar 2020

Klaus Kaldemorgen "Nicht in Hektik verfallen!"

Anlageprofi: Seit Beginn seiner Karriere arbeitet Klaus Kaldemorgen bei DWS Investments, aktuell als Fondsmanager des DWS Concept Kaldemorgen

Vorsicht in den USA, mehr Optimismus für Europa - aber nicht nur auf Deutschland schauen: Klaus Kaldemorgen hat einen klaren Blick auf die Märkte. Ein Gespräch über Fehler und Chancen bei der Geldanlage.

mm: Herr Kaldemorgen, vor einigen Tagen erklärte Finanzminister Schäuble, Griechenland brauche wohl noch etwas mehr Hilfe. …

Kaldemorgen: Und es wurde von der Opposition prompt ausgeschlachtet. Das ist etwas für den Wahlkampf, aber nichts, was die Börsen nachhaltig bewegen wird.

mm: Aber in ihrem Fonds halten Sie derzeit rund 40 Prozent Cash. Das ist ja im Allgemeinen eher Ausdruck einer gewissen Skepsis.

Kaldemorgen: Grundsätzlich haben Sie Recht. Allerdings ist es bei dem Concept Kaldemorgen so, dass der entscheidende Parameter das Risiko ist. Das setzen wir mit Terminkontrakten um, zum Beispiel auf Währungen. Das Geld ist also eine Art "collateral" ...

mm: ... also eine Art Sicherheitshinterlegung, deren Höhe sich nach der Art des Kontraktes richtet.

Kaldemorgen: Genau. Wir gehen auch mit einer gewissen Skepsis in den Monat September.

mm: Warum?

Kaldemorgen: Die US-Zentralbankpolitik steht vor einer Wende, das Ende der maximalen Expansion der Geldpolitik ist erreicht. Das hat man schon im Juni und Juli gesehen, diese Spuren des Wechsels. Es gab einen starken Anstieg bei den zehnjährigen T-Bonds und den Hypothekenzinsen, aber auch viel Bewegung bei einigen Aktien. Immobilienaktien zum Beispiel, die auf Hausbau spezialisiert sind, haben um 30 Prozent an Wert verloren. Entsprechend sind wir etwas vorsichtig bei den USA geworden.

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