Bilanz nach einem Jahr 11.000 Beschwerden wegen Anlageberatung

Schärfere Auflagen für Anlageberater schützen die Kunden offenbar nicht ausreichend. Knapp 11.000 Beschwerden sind bei der Finanzaufsicht Bafin in einem Jahr aufgelaufen. Besonders oft beschwerten sich Kunden in Hamburg.
Der Handschlag zum Schluss: Bei der Anlageberatung fühlen sich viele Kunden offenbar immer noch hinter das Licht geführt

Der Handschlag zum Schluss: Bei der Anlageberatung fühlen sich viele Kunden offenbar immer noch hinter das Licht geführt

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Berlin - Trotz schärferer Auflagen an Anlageberater fühlen sich tausende Bankkunden nach wie vor schlecht beraten. Seit Einführung neuer Vorgaben im November 2012 registrierte die oberste Finanzaufsicht Bafin insgesamt 10.679 Anzeigen im Rahmen des Mitarbeiter- und Beschwerderegisters.

Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums an die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn hervor, über die zuvor die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Montag) berichtete. Besonders häufig gab es Beschwerden in Hamburg. Sanktionen oder Bußgelder hat die Bafin bisher nicht verhängt.

Zum 1. November 2012 wurden die Mindestanforderungen an Anlageberater und bestimmte Mitarbeitergruppen konkretisiert, um den Schutz der Anleger vor Falschberatung erhöhen. Hinzu kamen neue Anzeigepflichten für Wertpapierdienstleister.

Bis Ende Juni waren nach früheren Angaben des Finanzministeriums vom September gegen Anlageberater von Banken und Sparkassen 7443 Beschwerden bei der Bafin angezeigt worden. Die Spitzenverbände der Kreditwirtschaft sprachen seinerzeit von einer relativ geringen Zahl im neuen Beschwerderegister. Zumal bei Bafin die gesamte Bandbreite registriert werde - von Kritik über Reklamationen bis hin zu tatsächlichen Beschwerden.

rei/dpa

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