Donnerstag, 22. August 2019

Heute Urteil im 147-Millionen-Euro-Prozess Alles, was Sie über den Fall Schulte und Wölbern Invest wissen müssen

Schultes Gegenspieler: Das sind die Köpfe im Wölbern-Skandal
DPA

7. Teil: Die große Unbekannte - was ist bis heute ungeklärt?

Eine zentrale Frage, die nach wie vor ungeklärt im Raum steht, ist die nach der Verantwortung von Schultes Beratern in der fraglichen Zeit. Zu nennen ist an der Stelle insbesondere die internationale Anwaltskanzlei Bird & Bird, deren Anwälte dem Ex-Wölbern-Chef eng zur Seite standen. Schulte hat im Prozess immer wieder darauf verwiesen, er habe sich auf die Anwälte verlassen.

In den Prozessakten finden sich verschiedene Papiere aus der Feder von Bird & Bird, darunter Vertragsunterlagen und rechtliche Einschätzungen, in denen offensichtlich kaum Bedenken gegen Schultes Aktivitäten geäußert werden. Im Prozess traten zudem gleich zwei Juristen auf, die Schulte seinerzeit im Dienste von Bird & Bird beraten haben. Es handelt sich um die Herren Frank M. und Ole B.. Beide beriefen sich auf das Aussageverweigerungsrecht und schwiegen. Dazu hatten sie vermutlich einen guten Grund: Zumindest gegen B. ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Beihilfe (Anm. d. Red.: Das Verfahren gegen B. wurde inzwischen nach Paragraf 153a StPO eingestellt).

Zudem steht eine Zivilklage gegen Bird & Bird im Raum, die etwa 30 Immobilienfonds sowie der Insolvenzverwalter der Wölbern-Gruppe eingereicht haben. Darin wird von der Kanzlei Schadensersatz in Höhe von mindestens 130 Millionen Euro gefordert. Die Kanzlei teilte mit, sie sehe keine Grundlage für die Klage und werde sich zur Wehr setzen. Darüber hinaus wollten sich weder Bird & Bird noch die Anwälte bisher zu dem Sachverhalt äußern.

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