Donnerstag, 19. September 2019

Traumjob zu vergeben Persönlicher Broker für Warren Buffett gesucht

Investmentlegende: Nach 30 Jahren Zusammenarbeit geht in Kürze der Aktienhändler von Warren Buffett bei der Citigroup in Ruhestand

Sei es ein milliardenschwerer Firmenkauf oder der Test des neuen Handys - seit 30 Jahren ruft Investmentlegende Warren Buffett in vielen Fällen zuerst John Freund an, seinen persönlichen Broker bei der Citigroup. Jetzt braucht der Milliardär Ersatz - Freund geht demnächst in Ruhestand.

Hamburg - Viele Börsianer an der Wall Street dürften derzeit häufiger mal das Tagesgeschäft vergessen und ihrer Fantasien freien Lauf lassen: Persönlicher Aktienhändler von Warren Buffett - einen besseren Job können sich die meisten Trader vermutlich kaum vorstellen.

Grund für die Träumerei gibt es genug: Seit etwa 30 Jahren erledigt der Broker John Freund von der Citigroup Börsen-Chart zeigen persönlich Buffetts Aktienorders, doch damit ist in Kürze Schluss. Im März, so berichtet das "Wall Street Journal", geht Freund in Ruhestand. Der 84jährige Buffett, mit einem Vermögen von 72,6 Milliarden Dollar (rund 64 Milliarden Euro) laut "Forbes" derzeit zweitreichster Mensch der Welt, wird sich dann einen neuen Draht zum Aktienmarkt suchen müssen.

Der Job, den Freund bisland von Chicago aus erledigte, verspricht nicht nur spannende Deals, sprudelnde Provisionen und viel Renommee. Im Idealfall kann Buffetts künftiger Broker dem Multimilliardär auch persönlich nahe kommen. Das Verhältnis zwischen Buffett und dem heute 69jährigen Freund jedenfalls ging über eine reine Dienstbeziehung offenbar weit hinaus.

Mitte der neunziger Jahre habe einmal sein Telefon geklingelt, erzählte Freund beispielsweise dem "WSJ". Buffett war dran. Der bekanntermaßen Technik-averse Investmentguru habe sein neues Handy ausprobieren wollen, erinnert sich Freund. "Ich dachte, er rief an, um zu fragen, wie der Markt eröffnen werde. Oder um eine Order zu ändern", so Freund. "Und dann höre ich: 'Ich nehme ein Egg McMuffin und eine Coke zum Mitnehmen'." Buffett rief aus der Warteschlange eines McDonald's Börsen-Chart zeigen an.

Der Name Buffett musste im Verborgenen bleiben

Die Zusammenarbeit gestaltete sich allerdings nicht immer so amüsant. Freund war 1970 direkt nach der Universität bei der damals erfolgreichen Investmentbank Salomon Brothers eingestiegen. Über die Jahre arbeitete er mit dem späteren Medienunternehmer und zeitweiligen New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sowie dem heutigen Citigroup-Chef Michael Corbat zusammen.

In Diensten der Citigroup überstand Freund den Börsencrash von 1987 sowie Ende der 1990er Jahre die Krise um den Hedgefonds LTCM, der eine milliardenschwere Rettungsaktion durch mehrere Großbanken erforderlich machte.

Für Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen regelte der Citigroup-Broker unzählige Transaktionen, beispielsweise mit Aktien von IBM Börsen-Chart zeigen, Petrochina, Coca-Cola Börsen-Chart zeigen oder Wells Fargo Börsen-Chart zeigen. Immer habe er dabei diskret vorgehen müssen, so Freund zum "WSJ". Denn der Name Buffett musste stets im Verborgenen bleiben.

Einmal allerdings wurde es dennoch kritisch. Für rund neun Milliarden Dollar hatte Buffett mit Berkshire im März 2011 den US-Chemiehersteller Lubrizol übernommen. Am Telefon gratulierte Freund seinem prominenten Klienten zu dem Deal - und erwähnte dabei, er sei froh, dass auch Investmentbanker von der Citigroup involviert gewesen seien.

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