Aktien, Anleihen, Devisen, Immobilien Was Anleger 2017 erwartet

Gesundheit, Glück, Vermögensbildung: Viele Wünsche für 2017

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An Aktien führt auch im neuen Jahr kaum ein Weg vorbei. Experten trauen dem Dax als wichtigstem deutschem Index 2017 allerdings keine großen Sprünge zu. So finden gerade weniger risikofreudige Anleger Alternativen am Anleihen- oder Immobilienmarkt. Ein Überblick über die verschiedenen Anlageklassen.

AKTIEN: Insgesamt betrachtet sprechen die verbesserten globalen Konjunkturaussichten weiterhin vor allem für Aktien. Denn trotz des bereits recht hohen Bewertungsniveaus sind die Dividendenzahlungen großer Dax-Konzerne immer noch attraktiv im Vergleich zu den Mini-Zinsen am Anleihemarkt. Allerdings brauchen die Anleger starke Nerven, denn es wird mit hohen Schwankungen gerechnet.

Schließlich haben viele politische Ereignisse das Zeug, die Richtung am Markt zu bestimmen: In den Niederlanden gehen die Bürger im März zur Wahlurne und im April in Frankreich. Im September stehen dann Bundestagswahlen an. Zudem werden die Brexit-Verhandlungen die Märkte beeinflussen, genauso wie die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Staatsanleihen: Weitere Kursverluste erwartet

STAATSANLEIHEN: Besitzer festverzinslicher Wertpapiere hingegen dürften im neuen Jahr verstärkt mit Kursverlusten zu kämpfen haben. Derzeit ließen die weltweit guten Wachstumsperspektiven, die Erwartung steigender Inflationsraten sowie die Prognose von US-Leitzinserhöhungen vermuten, "dass das Renditetief schon hinter uns liegt", schrieb Chefvolkswirt Edgar Walk vom Vermögensverwalter Metzler Asset Management.

Das heißt im Umkehrschluss: Die Kurse von Staatsanleihen könnten eher nachgeben als steigen. Für Neueinsteiger in den Anleihenmarkt sind das gute Nachrichten. Nach Meinung von Walk könnte die Rendite 10-jähriger US-Anleihen Ende 2017 bis auf 2,8 Prozent steigen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen könnte auf etwa 0,5 Prozent zulegen.

Unternehmensanleihen: EZB kauft weiter

UNTERNEHMENSANLEIHEN: Die riskanteren Firmenbonds haben derweil wohl noch etwas Luft nach oben. "Wir erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) das bisher gezeigte, hohe Ankauftempo bei Unternehmensanleihen im kommenden Jahr nicht signifikant drosseln wird", schrieb Analystin Christine Bredehöft von der DZ Bank. Spiegelbildlich könnten die Renditen insbesondere in der ersten Jahreshälfte etwas unter Druck geraten. Zwar erwirbt die EZB im neuen Jahr insgesamt weniger Bonds als 2016, doch betrifft dies Experten zufolge vor allem die knapper werdenden Staatsanleihen.

Immobilien: Teures Betongold

IMMOBILIEN UND IMMOBILIENFONDS: Selbst wenn die Renditen am Anleihenmarkt 2017 insgesamt tatsächlich leicht steigen, dürfte sich "am Niedrigzinsumfeld grundsätzlich nichts ändern", schrieb Analyst Stefan Mitropoulos von der Landesbank Helaba. Wer also eine Alternative zu Aktien sucht, kann weiterhin beim "Betongold" fündig werden.

Für Investoren werde es aber inzwischen immer schwieriger, attraktive Immobilien zu erwerben. Vor diesem Hintergrund blieben offene Immobilienfonds für Anleger interessant, auch wenn die Renditen mäßig seien. Aber immerhin wachse das Marktsegment weiter, erklärte Mitropoulos.

Rohstoffe: Ölpreis-Rally könnte weitergehen

ROHSTOFFE: Das global gute Wachstumsumfeld spricht derweil 2017 für generell steigende Rohstoffpreise, da bei anziehender Konjunktur verstärkt zum Beispiel Industriemetalle nachgefragt werden. Im kommenden Jahr könnte die Weltwirtschaft um 3,4 Prozent zulegen und damit den Rohstoffmarkt stützen, meinte Chefvolkswirt Martin Moryson von der Bank Sal. Oppenheim. Speziell am Ölmarkt könnte sich das Angebot angesichts niedriger Anlageinvestitionen und der vereinbarten konzertierten Produktionskürzungen verknappen. "Der Preis der Ölsorte WTI dürfte am Jahresende bei 55 US-Dollar pro Barrel notieren", erwartet das Bankhaus.

Devisen: Euro Richtung Dollar-Parität

DEVISEN: Der Euro könnte 2017 gegenüber dem Dollar weiter nachgeben und im Laufe des Jahres die Parität (1 Euro = 1 US-Dollar) erreichen. Denn während die Aussicht auf weitere Leitzinserhöhungen in den USA den Dollar für Anleger zunehmend attraktiv macht, lasten politische und konjunkturelle Risiken in Europa auf der hiesigen Gemeinschaftswährung.

Gleichwohl rechnen Analysten damit, dass der Dollar zum Jahresende hin wieder etwas schwächelt. Experten sehen den Euro deshalb Ende Dezember 2017 bei im Schnitt 1,06 US-Dollar. Der wachstumsfördernden Politik in den USA stünden protektionistische Maßnahmen gegenüber, gab Christian Heger, Investmentchef bei HSBC Global Asset Management Deutschland, zu bedenken. Außerdem könnten sich steigende Zinsen mit Verzögerung dämpfend auf die Wirtschaft auswirken, weil sie zum Beispiel Investitionen verteuern.

Von Lutz Alexander, dpa
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