Ottmar Hitzfeld Bayern gibt Meistermacher nicht her

Der Vorschlag, Münchens Trainer zum Nachfolger von DFB-Teamchef Rudi Völler zu machen, ist vom Tisch. Der Deutsche Meister will auf seinen Erfolgsgaranten nicht verzichten. Er soll seinen Vertrag verlängern.

München - "Wir haben keine Sekunde darüber diskutiert, ihn gehen zu lassen", stellte Bayern-Manager Uli Hoeneß am Donnerstag klar und wies damit Meldungen von einem "Geheimplan" zurück.

Der hatte vorgesehen, dass Hitzfeld ab 2002 das DFB-Team betreuen soll. "Hitzfeld ist ein toller Trainer, und uns macht die Zusammenarbeit so viel Freude, dass wir möglicherweise sogar seinen Vertrag verlängern", meinte Hoeneß. Hitzfeld, der bis zum 30. Juni 2003 an die Bayern gebunden ist, betonte erneut, dass er seinen Vertrag in München erfüllen werde. "Ich bin hier sehr glücklich und will bleiben", erklärte der 51-jährige, dessen Freistellung für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die Chefetage des FC Bayern absolut tabu ist.

"Es ist nicht darüber gesprochen worden und es wird auch nicht darüber gesprochen. Wir haben ein wunderbares Verhältnis zu Ottmar Hitzfeld", sagte Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge in der Münchner "Abendzeitung", "der FC Bayern und Ottmar Hitzfeld - das ist wie eine wunschlos glückliche Ehe".

DFB weiß ebenfalls nichts von einem "Geheimplan"

"Dieser angebliche Geheimplan ist so geheim, dass selbst wir ihn nicht kennen", sagte DFB-Mediendirektor Wolfgang Niersbach. "Das ist ein klares Dementi. Es gibt keine Planungen in diese Richtung. Der Fall von Christoph Daum hat doch gezeigt, dass langfristige Planungen wenig sinnvoll sind", erklärte Niersbach.

Ziel des DFB ist es, den seit drei Länderspielen als DFB-Teamchef tätigen Rudi Völler über den 31. Mai 2001 zu halten. "Das ist unser Wunsch. Aber Leverkusen hat den Wunsch, Rudi Völler ebenfalls zu halten und hat einen Vertrag mit ihm", erklärte der DFB-Pressechef am Donnerstag.

Man gehe davon aus, dass in den nächsten Wochen eine einvernehmliche Lösung mit Bayer Leverkusen und Völler erzielt werde. Die Entscheidung über die Trainerfrage der Nationalmannschaft würde im DFB-Präsidium getroffen, betonte Niersbach: "Das ist keine Sache für die Task Force der Bundesliga."

Beckenbauer: Duo Völler/Skibbe soll beim DFB bleiben

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer machte sich erneut dafür stark, dass das Duo Rudi Völler/Michael Skibbe ihre Arbeit beim DFB über den 31. Mai 2001 hinaus fortsetzt. "Rudi hat sich nun einen Standard erworben, er hat sich hervorragend bewährt. In meinen Augen ist das Gespann Völler/Skibbe für die Nationalelf optimal", sagte der DFB-Vizepräsident.

"Es wäre schade, wenn das beendet würde, ganz Deutschland hofft, dass die beiden bleiben", meinte Beckenbauer weiter. Er wies aber darauf hin, dass Völler einen Vertrag in Leverkusen habe und man nicht über seinen Kopf hinweg entscheiden solle. Die Doppelbelastung sei ihm aber "auf Dauer nicht zuzumuten".

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