HypoVereinsbank Verfehlt Erwartungen der Analysten

Das Geldhaus sieht sich nach neun Monaten auf dem Weg, seine Gewinn- und Renditeziele zu erreichen. Im dritten Quartal verfehlten die Münchener die Erwartungen der Analysten aber deutlich. Die Börse reagierte negativ.

München - Das Ergebnis vor Steuern lag in den ersten neun Monaten 2000 bei 1,428 (1999: 0,225) Milliarden Euro, wie die Bank am Donnerstag mitteilte. Für das dritte Quartal wies das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut 280 (78) Millionen Euro Vorsteuergewinn aus.

Damit lag das Ergebnis deutlich unter den Erwartungen von Analysten, die im Durchschnitt mit einem Quartalsgewinn von 322 Millionen Euro gerechnet hatten. Die Aktien des Kreditinstituts reagierte umgehend mit Kursabschlägen.

"Geschäft läuft wie geplant"

Nach Steuern lag das Ergebnis für die ersten neun Monate den Angaben zufolge bei 782 (131) Millionen Euro. Das Betriebsergebnis kletterte auf 1,470 (0,176) Milliarden Euro, nachdem die operativen Erträge um 9,7 Prozent stiegen und die Risikovorsorge um 58 Prozent auf 787 (1.854) Millionen Euro reduziert wurde. Das Geschäft laufe wie geplant, hieß es.

1999 hatte die Bank nachträglich ihr Immobilienportfolio um eine Milliarde Euro wertberichtigt, wodurch das Ergebnis drastisch eingebrochen war. Die operativen Erträge sollen in diesem Jahr nach früheren Angaben um fünf Prozent erhöht, die Risikovorsorge auf weniger als eine Milliarde von 2,5 Milliarden Euro gedrückt werden.

Die bereinigte Eigenkapitalrendite, die sich nach den Vorstellungen der Bank "in Richtung neun Prozent" bewegen soll, stieg bis Ende September auf 8,5 (4,4) Prozent.

Schwacher Inlandsmarkt belastet Immobiliengeschäft

Erfolgreichster Bereich war in den ersten neun Monaten der Bereich Internationale Märkte, der mit hohen Handelsgewinnen im ersten und dritten Quartal ein Ergebnis von 556 (359) Millionen Euro erwirtschaftete. Dagegen zeigte sich das Immobiliengeschäft vom schwachen Inlandsmarkt belastet.

Auch die Lage in den neuen Ländern habe sich noch nicht entspannt, hieß es. Der Gewinn vor Steuern ging auf 322 (507) Millionen Euro zurück.

Der HVB-Chef Albrecht Schmidt sagte, die Ertragsstruktur habe sich bis Ende September "erfreulich verbessert". Der Provisionsüberschuss stieg um ein Drittel auf 1,769 (1,329) Milliarden Euro. Er habe damit die Planungen übertroffen, so die HVB.

Nachdem der Zinsüberschuss gleichzeitig um zwei Prozent auf 3,671 (3,734) Milliarden Euro schrumpfte, erreichte das Provisionsgeschäft einen Anteil von 29,6 (25,3) Prozent an den operativen Erträgen. Das Handelsergebnis stieg auf 505 (340) Millionen Euro, der Verwaltungsaufwand um 3,2 Prozent auf 3,529 (3,418) Milliarden Euro.

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