Sparkassen Frankfurter Sparkasse will selbst an die Börse

Die Nähe zu den Großbanken am Finanzplatz Frankfurt macht die dortige Sparkasse wagemutig: Das Institut - Deutschlands viertgrößte Sparkasse - will jetzt auch an die Börse und mit dem Aktienkapital Konkurrenten aufkaufen.

Frankfurt - Das Institut werde sich voraussichtlich Anfang kommenden Jahres in eine AG umwandeln, berichtet die "Financial Times" aus London. Eine Börsennotierung werde in den nächsten zwei bis drei Jahren angestrebt.

Dieser Schritt wäre vorerst einmalig in der deutschen Sparkassen-Landschaft. Analysten erwarten freilich, dass andere Institute folgen werden.

Denn vom Kosten-Wettbewerb, auf den bereits die Großbanken mit Filial-Schließungen reagiert haben, sind auch die 578 Sparkassen nicht ausgenommen. Ihr Hauptvorteil, die flächendeckende Erreichbarkeit, spielt in Zeiten des Internets eine zunehmend geringere Rolle.

Nach den geplanten Fusionen bei den bereits börsennotierten Instituten steht nun eine Fusionswelle unter den Sparkassen bevor.

Hinzu kommt, dass die kostenfreundliche Darlehenspolitik der sich teilweise in Landes- oder Kommunenbesitz befindlichen Institute die Aufmerksamkeit der EU-Wettbewerbs-Kontrolleure auf sich gezogen hat. Konkurrenten beklagen sich, dass sich die Sparkassen bei Landesbanken billig refinanzieren können.

Die Frankfurter Sparkasse gehört zum Teil der Stadt Frankfurt. Der Vorstand hat jedoch laut "Financial Times" erklärt, er sei zuversichtlich, dass die Stadt mit ihrem Stimmrecht von 40 Prozent die Umwandlung des Instituts in eine AG mittragen werde.

Die neue Struktur werde dann voraussichtlich im Frühjahr vom Bundesaufsichtsamt genehmigt werden. Die Sparkasse will Aktien an Kunden und Mitarbeiter ausgeben.

Die Sparkasse, die in Frankfurt einen Marktanteil von 50 Prozent im Privatkundengeschäft hat, kämpft sei Jahren für diesen Plan. Mit dem Aktienkapital, das die Sparkasse an der Börse von Anlegern einsammelt, könnte sich im Rhein-Main-Gebiet konkurrierende Sparkassen aufkaufen.

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