Börse London Steht nicht zum Verkauf

Der Chairman der Londoner Börse, Don Cruickshank, schließt ein Übernahmegebot für andere Aktienmärkte definitiv aus. Die LSE bleibe unabhängig und werde einen pan-europäischen Aktienmarkt schaffen.

London - Cruickshank schloss auch aus, dass die LSE zum Aktionär der Deutschen Börsen werden könnte. LSE könnte ohne Genehmigung der Frankfurter keinen Anteil an der Deutschen Börse erwerben. Die LSE stehe auch nicht zum Verkauf. Er sehe die Zukunft Londons in einem Markt für Standardwerte. Dabei könnten auch nicht-britische Aktien in London gehandelt werden.

Martin Wheatley, Leiter des Bereichs Geschäftsentwicklung der Londoner Börse, sagte bei dem selben Seminar, er sehe London künftig als einen unabhängigen Markt. Allerdings müsse die LSE ihre europäische Präsenz ausbauen.

Die Londoner Börse hatte im September den Fusionsplan mit der Deutschen Börse zum Wertpapiermarkt iX aufgekündigt. Grund sei das feindliche Übernahmeangebot des schwedischen Börsenbetreibers OM Gruppen gewesen, auf dessen Abwehr sich die LSE zunächst konzentrieren wollte, hatte die LSE damals mitgeteilt.

OM Gruppen: Kaufangebot für LSE gilt weiter

OM Gruppen arbeitet auch nach dem jüngsten Verteidigungssignal der Londoner Börse an der Übernahme des britischen Finanzplatzes. Das Kaufangebot für die Londoner Börse gelte "unverändert", teilte OM mit.

In der vergangenen Woche hatten sich die LSE-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung für den Erhalt der bestehenden Anteilsbegrenzung für Einzelaktionäre auf 4,9 Prozent ausgesprochen. Eine Abschaffung der Höchstquote hätte eine feindliche Übernahme erleichtert.

Cruickshank wertete die Entscheidung als Bestätigung seiner einem Verkauf gegenüber ablehnenden Haltung. Die Schweden hielten dem entgegen, die LSE-Anteilseigner hätten mit ihrem Votum der Londoner Börse weder einen eindeutigen Auftrag zur Annahme noch zur Abwehr des OM-Angebots gegeben.

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