MDR Öffentlich-rechtliche Schlammschlacht

Senderchef Udo Reiter wollte zuerst die peinlichen Verluste mit Ecuador-Anleihen herunterspielen, dann entließ er seinen Finanzmann Rolf Markner. Der schießt aber scharf zurück.

Leipzig - Das riskante Spiel mit Anleihen sorgt für schwere Turbulenzen in der Chefetage des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). 2,6 Millionen Mark Verluste brachte eine riskante Spekulation mit Anleihen in der ecuadorianischen Währung Sucre.

Schlimmer noch sind aber die Anschuldigungen des geschassten Verwaltungsdirektors Markner: Er wirft Intendant Reiter vor, die Vertuschung der peinlichen Verluste angeordnet zu haben.

Schon im Herbst 1999 habe er seinen Chef über die anfallenden Verlusten informiert, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Ich weise die Darstellung von Rolf Markner in allen Punkten zurück", sagte Reiter dazu.

Reiter kündigt rechtliche Schritte an

Er will nun gerichtlich gegen Markner vorgehen. Der Intendant hatte seinen Verwaltungsdirektor mit der Begründung suspendiert, dieser habe ihn und den Verwaltungsrat nicht über die Spekulationsverluste unterrichtet.

Reiter will von der misslungenen Ecuador-Anleihe erstmals durch einen Zeitungsbericht vom 14. Oktober erfahren haben.

Die PDS-Fraktion im Dresdner Landtag forderte den Intendanten auf, alle Gremien der Drei-Länder-Anstalt, also Rundfunkrat, Verwaltungsrat und Personalrat, zu einer gemeinsamen Krisensitzung einzuladen.