Beate Uhse "Es wird Veränderungen geben"

Der Erotik-Konzern will zu einem internationalen Unternehmen aufsteigen. Die Firmenzentrale und der Versand sollen dazu aus Flensburg abziehen.

Flensburg - Das im M-Dax notierte Unternehmen teilte am Mittwoch mit, Ausmaß und Auswirkungen der bevorstehenden Veränderungen im Unternehmen seien noch nicht völlig klar. Ob der Unternehmenshauptsitz in Flensburg bleibt, sei offen.

Auf dem Weg zu einem internationalen Unternehmen

"Dass es Veränderungen geben wird, ist sicher, doch wie diese wirklich aussehen, das ist noch nicht definitiv", erklärte Uhse-Sprecherin Birte Hennig. Es gehe um notwendige neue Marketingstrategien und Standortveränderungen bei der Umwandlung von einem nationalen in ein internationales Unternehmen.

Erste Einzelheiten über die Veränderungen will der Erotik-Konzern erst nach einem Einigungstermin zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung mitteilen. Beate Uhse in Flensburg zählt zu den bekanntesten deutschen Unternehmen.

750 Mitarbeiter in zwölf Ländern

Die Beate Uhse AG ist in zwölf europäischen Ländern mit 750 Mitarbeitern in den Geschäftsfeldern Einzel-, Versand- und Großhandel sowie Neue Medien tätig. Für dieses Jahr werden rund 300 Millionen Mark Umsatz erwartet, nachdem der Umsatz zum ersten Halbjahr 2000 bei 117 Millionen Mark lag.

Genau am 81. Geburtstag der Gründerin des Erotik-Konzerns und Aufsichtsratsvorsitzenden Beate Rotermund-Uhse wurden die Verlegungspläne bekannt. Die Konzernchefin hielt sich zu diesem Zeitpunkt im Ausland auf.

Von den Niederlanden aus werden bisher die Benelux-Staaten, Frankreich und Großbritannien beliefert, von Flensburg aus die deutschsprachigen Länder.

Versand und Zentrale künftig in den Niederlanden?

Nach bisheriger Darstellung des Unternehmens werden ab 2001 vor allem Logistik und Katalogentwicklung für alle Versandhausbereiche des Konzerns von den Niederlanden aus gesteuert. "Die aktive Kundenbetreuung für Deutschland, Österreich und Schweiz verbleibt in Flensburg", hieß es noch in einer Pressemitteilung am Jahresanfang.

Das "Flensburger Tageblatt" hatte berichtet, dass die Flensburger Uhse-Läger in die Niederlande und nach Wiesbaden gehen sollen. Die Zeitung berief sich auf die Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV).