AOL Stellt neue Software und Telefon-Zugang vor

Der Internetprovider präsentiert eine neue Version für den Internetzugang. Damit können Nutzer auch mit Taschen-PCs im World Wide Web surfen. Nichts Neues, sagen Analysten.

New York - Der weltgrößte Internet-Dienstleister AOL stellt am Mittwoch in den USA seine neue Zugangssoftware vor. Mit AOL 6.0 können Nutzer nicht nur über den Computer, sondern auch über andere Geräte wie Taschen-PCs im Internet surfen.

Teil der Strategie "AOL Anywhere" ist auch ein neues AOL-Angebot, mit der Kunden ihre E-Mail per Sprachbefehl über das Telefon abfragen können. Darüber hinaus gehört auch ein "Shopping Assistant" zum Angebot, der Surfer beim Online-Einkauf begleitet und Angebote vergleicht.

AOL verspricht sich von der neuen Programm-Version weitere Neukunden. In den USA will AOL die Software über mehr als 50 Einzelhandelspartner vertreiben. Bei dem Vorgänger-Programm AOL 5.0 waren es noch fünf Partner. In den vergangenen zwölf Monaten ist der AOL-Kundenstamm um sechs Millionen auf 25 Millionen gewachsen.

Fusion von AOL und Time Warner noch nicht genehmigt

AOL 6.0 ist den Angaben zufolge darauf abgestimmt, Surfer vor allem auch über Hochgeschwindigkeitsleitungen wie Digital Subscriber Line (DSL) ins Internet zu bringen. Gerade die Problematik um das Hochgeschwindigkeits-Kabelnetz des AOL-Fusionspartners Time Warner steht im Mittelpunkt der Verhandlungen mit den US-Wettbewerbshütern.

Die Kartellbehörde soll Zweifel geäußert haben, ob AOL-Konkurrenten auch nach einem Zusammenschluss beider Unternehmen noch ausreichend Zugang zu den Hochgeschwindkeitskabeln von Time Warner haben werden.

Die Frist für die Kartell-Untersuchung wurde von ursprünglich Freitag dieser Woche um zwei Wochen verlängert. Die EU-Kommission hatte die Fusion der beiden Unternehmen zum weltgrößten Medienkonzern vor zwei Wochen unter Auflagen genehmigt.

AOL hinkt hinter Konkurrenz her

Analysten sehen in AOL 6.0 keine wesentlichen Neuerungen. AOL solle sich langsam mehr um die wachsende Konkurrenz des US-Software-Herstellers Microsoft kümmern, sagte Analyst Bruce Kasrel von Forrester Research. Mit dem Explorer habe Microsoft eine Internet-Welt geschaffen, die der von AOL sehr nahe komme. Auch bei dem AOL-Zugang übers Telefon sieht sich der Internet-Dienstleister harter Konkurrenz ausgesetzt: Schon vorher hatten Lycos und Yahoo ähnliche Angebote auf den Markt gebracht.