Startups Deutsche bei Firmengründung nicht auf Zack

Trotz eines "Gründungsbooms" beklagt die Bundesbank eine "nicht ausreichende Gründermentalität". Deutschland hinke weiter hinter den USA her. Um das zu ändern, soll die Bundesregierung mehr für junge Unternehmen tun.

Frankfurt am Main - Zwar habe das Angebot an Wagniskapital zur Finanzierung junger Technologieunternehmen "sprunghaft" zugenommen, schreibt die Bundesbank in ihrem Oktober-Bericht. "Gleichwohl spielt Wagniskapital in Deutschland nach wie vor eine wesentlich geringere Rolle als in den USA."

Wegen der Bedeutung junger Unternehmen für Strukturwandel und Wachstum in der Zukunft fordert die Bundesbank "ein innovatives Umfeld", in dem zukunftsträchtige Hochtechnologie erfolgreich gedeihen könne. "Dazu zählen die Kernbereiche Forschung und Entwicklung, Bildung und eine Steuerpolitik, die die Ertragskraft junger Unternehmen nicht schwächt."

Engpässe bei der Finanzierung macht die Bundesbank dagegen nicht als entscheidende Ursache für den Mangel an Gründermentalität aus. "Das Angebot an Wagniskapital hat sich in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verbessert."

Allerdings lege ein vergleichweise hoher Bestand ungenutzter Mittel "die Vermutung nahe, dass bisher nur ein begrenztes Reservoir an lohnenden Investitionsprojekten existierte".

Junge innovative Unternehmen steuerten "zwar unmittelbar nur einen vergleichsweise geringen Teil zum gesamtwirtschaftlichen Investitions- und Beschäftigungsvolumen bei", argumentieren die Bundesbank-Volkswirte. "Weitaus wichtiger sind hingegen ihre verzögerten, indirekten Wirkungen auf die Gesamtwirtschaft."

Gerade junge Technologiefirmen expandierten erst einige Zeit nach der Gründung "und zählen dann zu den Hauptantriebskräften für Wachstum und Beschäftigung". Einer Studie zufolge wiesen diese Unternehmen im Durchschnitt "deutlich höhere Wachstumsraten bei der Wertentwicklung, beim Umsatz und besonders bei der Beschäftigung auf als etablierte Unternehmen".