Amazon.com Mit roten Zahlen auf Expansionskurs

Firmenchef Jeff Bezos bleibt seiner Strategie treu, das Geschäft massiv auszubauen und gleichzeitig ordentliche Verluste einzufahren. Diese fielen aber geringer aus als erwartet. Der Aktienkurs schoss nach oben.

Seattle - Der weltgrößte Internet-Buchhändler Amazon.com setzte im dritten Quartal 637,9 Millionen Dollar um. Das sind 79 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresabschnitt. Damit lag Amazon.com über den Erwartungen der Wall-Street-Analysten.

Fortschritte machte die Internetfirma in den USA vor allem mit dem Verkauf von Elektronikerzeugnissen, die jetzt nach Büchern und noch vor Musikartikeln der zweitstärkste Umsatzträger sind. Dies teilte Amazon.com am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mit.

Der Quartalsverlust betrug 240,5 Millionen Dollar, nach 197 Millionen Dollar im Vorjahrsquartal. Das Kerngeschäft, also der tatsächliche Versandhandel, trug dazu aber "nur" noch 68 Millionen Dollar bei, nach 79 Millionen Dollar im Vorjahresvergleich. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Amazon-Aktien legten im nachbörslichen US-Handel um rund zwölf Prozent zu.

Das Unternehmen gewann den Angaben zufolge im dritten Quartal 2,8 Millionen neue Kunden hinzu und hatte Ende September insgesamt 25 Millionen Kunden. Der Umsatz der Amazon-Sites in Großbritannien, Deutschland und Frankreich hat sich nach Angaben von Auslandschef Diego Piacentini um 121 Prozent auf 88 Millionen Dollar erhöht. Die Zahl der Auslandskunden sei um 225 Prozent auf 3,9 Millionen gestiegen.

Jeff Bezos, Gründer von Amazon.com, verteidigte bei der Vorlage der Geschäftszahlen erneut seine Strategie: "Wenn Sie schnellen Gewinne suchen, sind Sie bei uns an der falschen Adresse. Wir wollen hier etwas Einzigartiges schaffen. Wir investieren in die Zukunft." Erst komme die Größe und dann mache Amazon auch irgendwann Gewinne.