Metallgesellschaft Höhere Dividende

Vor vier Jahren noch knapp an der Pleite vorbeigeschrammt, erwartet der Anlagenbau- und Chemiekonzern jetzt einen weiteren Anstieg bei Umsatz und Gewinn.

Frankfurt/Main - Die Metallgesellschaft (MG) bleibt trotz der Wirtschaftskrise in Asien auf Wachstumskurs. Der 1994 knapp an der Pleite vorbeigeschrammte Anlagenbau- und Chemiekonzern erwartet einen weiteren Anstieg bei Umsatz und Gewinn. Besonders das Handels-und Chemiegeschäft habe in den ersten Wochen des neuen Geschäftsjahres 1998/99 (30. September) zugelegt. Die Sparte Anlagenbau spüre zwar die sinkenden Nachfrage aus den asiatischen Ländern, habe diesen Rückgang aber durch Aufträge aus anderen Regionen ausgleichen können. Dies teilte die Metallgesellschaft AG am Freitag in Frankfurt mit.

Aufgrund der anhaltend positiven Entwicklung im Geschäftsjahr 1997/98 dürfen die Aktionäre den Angaben zufolge mit einer höheren Dividende rechnen. Zuvor war sie wegen aktienrechtlicher Bestimmungen auf 20 Pfennig je 5-Mark-Aktie begrenzt gewesen. Im Konzern kletterte der Umsatz um 17 Prozent auf 21,4 Milliarden Mark. Der Gewinn vor Steuern stieg um 16 Prozent auf 380 Millionen Mark. Die Zahl der Beschäftigten stieg aufgrund von Zukäufen auf 26.188 (24.964), davon arbeiteten 6516 (5724) im Ausland.

Besonders das Auslandsgeschäft außerhalb Europas hat die Metallgesellschaft kräftig ausgeweitet. Der Anteil des Umsatzes, der jenseits der deutschen Grenzen erzielt wurde, nahm von 69 auf mehr als 75 Prozent zu. In Nordamerika habe die MG mit dem Erwerb der Firmen PSI (Anlagenbau) und Cyprus Foote (Chemie) seine Basis ausgebaut.

Im traditionellen Handelsgeschäft kletterte der Umsatz von 9,6 Milliarden Mark auf 11,4 Milliarden Mark. Dazu habe vor allem das Plus im Metall- und Konzentratehandel beigetragen. Mit dem Erwerb der Chemag AG sei der profitable Dienstleistungsbereich gestärkt worden.

Das Geschäftsfeld Anlagenbau unter Führung der Lurgi AG sei mit dem Erwerb der PSI-Gruppe bei Anlagen zur Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen zum Weltmarktführer aufgestiegen, teilte die MG mit. Der Umsatz im Anlagenbau wuchs von 3,9 Milliarden Mark auf 4,9 Milliarden Mark. Der Wert der Neuaufträge legte trotz Einbußen in Asien leicht auf 4,4 Milliarden zu.

Das Chemiegeschäft, das in der Dynamit Nobel AG gebündelt ist, profitierte von der guten Lage der Automobilhersteller sowie der Chemie- und Pharmaindustrie. Außerdem trugen Unternehmenskäufe zum Wachstum bei. Der Umsatz stieg von 4,1 Milliarden Mark auf 4,5 Milliarden Mark.