Sabena Rettungsversuche vor dem freien Fall

Firmen-Chef Christoph Müller räumt bei der finanziell stark angeschlagenen belgischen Fluggesellschaft gründlich auf. Der frühere Lufthansa-Mann lässt 500 Arbeitsplätze abbauen und Fluglinien streichen.

Brüssel - Von der Liste genommen werden die Direktflüge von Brüssel nach Johannesburg und Newark in den USA. Beim Arbeitsplatzabbau solle es nicht zu Entlassungen kommen, kündigte der gebürtige Deutsche, der seine Karriere bei Daimler-Benz Aerospace und Lufthansa begann.

Gleich bei seinem Amtsantritt im August dieses Jahres hatte er ein schlechtes Ergebnis verkünden müssen. Im ersten Halbjahr 2000 hatte Sabena - bei elf Prozent höheren Passagierzahlen - eine Versechsfachung des Verlustes auf 83,6 Millionen Euro verzeichnet.

Angesichts dieser katastrophalen Zahlen fand Müller klare Worte. In einem Interview warnte er davor, dass die Existenz von Sabena gefährdet sei, wenn nicht bis Ende des Winters deutliche Fortschritte erzielt würden.

Verkauf, Streckenplanung und Marketing der Sabena werden bereits gemeinsam mit Swissair über die Airline Management Partnership abgewickelt. Die Swissair-Konzernmutter SAir-Group hält 49 Prozent an Sabena und will den Anteil auf 87 Prozent aufstocken.

Müller will das Ergebnis der Sabena-Gruppe im nächsten Jahr um 357 Millionen Euro steigern. Alle Bereiche würden durchforstet. Dabei setzt er besonders auf die Einsicht der immer streikbereiten Gewerkschaften.

Beigetragen zur schlechten Lage der Gesellschaft hätten neben den steigenden Treibstoffpreisen auch der starke Dollar und der sich verschärfende Wettbewerb.

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