Viag/Algroup Fusion steht angeblich kurz bevor

Der Zusammenschluß soll offenbar schon in der kommenden Woche offiziell vorgestellt und Mitte nächsten Jahres abgeschlossen werden.

München - Die Fusion des Mischkonzerns Viag mit der Schweizer Algroup steht nach Angaben aus Unternehmenskreisen unmittelbar bevor. Offiziell werde das Vorhaben vermutlich in der nächsten Woche vorgestellt, vollzogen sein soll die Fusion dann bis Mitte 1999, hieß es am Freitag in Firmenkreisen in München. Dadurch entstehe ein Großkonzern mit einem Umsatzvolumen von rund 50 Milliarden Mark, wobei darin der geplante Verkauf der Viag-Sparte Logistik bereits berücksichtigt sei. Das Fusionsunternehmen werde aber eine deutlich höhere Ertragskraft als die Viag bislang aufweisen, hieß es.

In Firmenkreisen wurden damit Berichte mehrerer deutscher Zeitungen vom Freitag bestätigt.

Derzeit müssen noch steuerliche Fragen in Verbindung mit dem geplanten Zusammenschluß unter Gleichen ("merger of equals") geklärt werden, verlautete weiter. Seinen Erstsitz werde das geplante neue Unternehmen in München haben, einen zweiten Sitz in Zürich. Die Partner erwarteten vom Zusammenschluß ein Einsparpotential von letztlich mehreren hundert Millionen Mark im Jahr. Chef der Fusionsgesellschaft solle Viag-Chef Wilhelm Simson werden, Stellvertreter Algroup-Chef Sergio Marchionne.

Als "Charme der Fusion" wurde in Unternehmenskreisen die Tatsache bezeichnet, daß die Viag für das Vorhaben "kein Geld in die Hand" nehmen müsse. Vielmehr behalte sie ihre "gut gefüllte Kriegskasse", um auf mittlere Sicht ihren Energiebereich, der nunmehr dem freien Wettbewerb am europäischen Energiemarkt unterliegt, noch zu stärken. Konkretes dazu stehe aber noch nicht an.

Die Aktionäre der Viag werden nach Angaben aus den Kreisen die Mehrheit an dem neuen Unternehmen halten. Allerdings werde das Anteilsverhältnis nicht so klar zugunsten der Viag aussehen, wie es aus dem Vergleich der Börsenkapitalisierungen von Viag und Algroup abzuleiten sei.

Die Viag allein hatte 1997 ein Umsatzvolumen von knapp 50 Milliarden Mark erreicht, will sich aber von Aktivitäten im Bereich Logistik mit rund 15 Milliarden Mark trennen. Im Umsatzbild werde das Fusionsunternehmen daher eine ähnliche Größenordnung wie die Viag derzeit haben, im Überschuß allerdings mit etwa 1,5 Milliarden Mark deutlich höher liegen als die Viag mit 1,2 Milliarden Mark 1997.