Börse Krise im Nahen Osten drückt die Aktienkurse

Steigende Ölpreise und die Nahost-Krise haben die Aktienmärkte weltweit unter Druck gesetzt. Nach einem Kursrutsch an der Wall Street verloren die deutschen Börsen ebenfalls deutlich.

New York/Frankfurt am Main - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag äußerst schwach präsentiert. Die beiden wichtigsten Indices, der Dax und der Nemax-50, notierten deutlich im Minus und folgten damit den Vorgaben der Leitbörsen in New York und Tokio.

"Heute hängt die weitere Performance im Dax von der Entwicklung im Nahen Osten ab", erklärte Klaus Holscher, Aktienhändler bei der Frankfurter BfG-Bank. Auch die Preisexplosion beim Rohöl und der weiterhin schwache Euro belasteten den deutschen Aktienhandel.

Aktienkurse bröckeln weltweit ab

Der New Yorker Aktienmarkt hat am Donnerstag mit dem fünftgrößten Verlust in der Geschichte des weltweit wichtigsten Aktienindex geschlossen.

Der Dow Jones fiel angesichts eskalierender Gewalt in Israel und Palästina sowie einem mutmaßlichen Anschlag auf ein US-Kriegsschiff in Jemen um 382 Punkte auf 10.031 Punkte. Das entspricht einem Kurssturz von 3,7 Prozent. Die Nasdaq gab 94,43 Punkte ab und erreichte mit 3074 Zählern ein neues Jahrestief.

Ölpreis steigt wieder deutlich

"Bei diesem ohnehin nervösen Markt hätten wir dies alles nicht gebraucht", sagte der Analyst Al Goldman zu den Nachrichten aus dem Nahen Osten. Die Ölpreise stiegen zeitweise in New York auf bis zu 37 Dollar für das Barrel, knapp unter dem Zehnjahreshoch von 37,80 Dollar im vergangenen Monat.

Die Aktienkurse an den wichtigsten Börsen Lateinamerikas sind unter dem Eindruck des hohen Ölpreises und des eskalierenden Nahostkonfliktes ebenfalls weiter gefallen.

Am größten Aktienmarkt des Subkontinents in São Paulo büßte der Index Bovespa 1,40 Prozent ein. In Mexiko fielen die Kurse noch stärker. Der Aktienindex IPC verlor zum Handelsschluss 3,28 Prozent. An der Börse der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ging der Merval um 1,67 Prozent zurück.

Der Nikkei fällt auf ein neues Jahrestief

Der Kurssturz an der Wall Street hat am Freitag auch die asiatische Leitbörse in Tokio in die Tiefe gerissen. Der Nikkei-Index sackte bis Börsenschluss um 1,4 Prozent oder 220 Punkte und erreichte damit ein neues Jahrestief. Zuvor war das Kursbarometer sogar um mehr als 330 Punkte gefallen.

Der japanische Finanzminister Kiichi Miyazawa reagierte auf die rasante Talfahrt an der Börse verhalten. Er spielte den Einfluss der Wall Street auf die japanischen Aktienmärkte herunter. Was Japan anbelange, so gebe es derzeit nichts, was zu Besorgnis Anlass gebe, wurde der Minister am Freitag zitiert. Aus seiner Sicht seien keinerlei destabilisierende Faktoren am Horizont auszumachen.

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