Intershop Hohe Investitionen belasten die Bilanz

Firmen-Chef Stephan Schambach drängt in die USA. Die Belastungen des Werbefeldzugs und zweier Akquisitionen verschlingen jedoch Millionen. Nun rechnet die Software-Schmiede für das dritte Quartal mit einem Verlust.

Frankfurt am Main - Wegen außerordentlicher Belastungen rechnet Intershop Communications für das dritte Quartal 2000 bei steigenden Umsätzen mit einem Verlust.

Kosten für eine Werbekampagne in den USA von rund sieben Millionen Euro sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der Übernahme von OWIS und Subotnic seien für die Verluste verantwortlich, teilte das am Frankfurter Neuen Markt und an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Unternehmen mit.

Diese Investitionen seien notwendig, "um unsere Marktposition für ein weltweites Wachstum in der Zukunft zu stärken", erklärte Finanzvorstand Wilfried Beeck.

Der einstige Überflieger verliert unter Börsianern an Glanz

An der Börse sind die schwachen Intershop-Zahlen mit einem Kursabschlag quittiert worden. Die Aktie verlor zu Handelsbeginn über acht Prozent. Damit notiert das Papier bei knapp 46 Euro. Im Vergleich zum Höchststand vom März dieses Jahres hat sich der Wert damit gedrittelt.

Der Umsatz werde sich im dritten Quartal voraussichtlich zwischen 34 und 35 Millionen Euro belaufen und damit den vergleichbaren Vorjahresumsatz um rund 200 Prozent übertreffen, teilte das Unternehmen mit. Auch der Umsatz im zweiten Quartal von 32,6 Millionen Euro werde übertroffen.

Die Wachstumsraten sind noch immer beachtlich

Die Lizenzerlöse werden sich laut Intershop voraussichtlich auf 19 bis 19,5 Millionen Euro belaufen. "Mit dem erwarteten Umsatz hätten wir den Quartalsumsatz zum elften Mal hintereinander gegenüber dem Vorquartal gesteigert", erklärte Beeck.

"Traditionell verzeichnen wir im dritten Quartal eine Abschwächung des Lizenzumsatzwachstums, die vor allem auf die allgemeine Saisonalität in der Softwarebranche in Europa zurückzuführen ist".

Intershop wird seine endgültigen Quartalsergebnisse Ende Oktober bekannt gegeben.

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