Börse Erste Hoffnung nach Kursverlusten

Nach den Kursverlusten der vergangenen Tage keimt an den deutschen Börsen erste Hoffnung. Auch wenn noch am Horizont so manches Kursgewitter lauere, rechnen Experten mit einer Aufhellung des finsteren Börsenklimas.

"Ich glaube, wir werden schon bald positive Überraschungen erleben", sagte DG Bank-Aktienstratege Volker Borghoff am Donnerstag in Frankfurt.

"Es gibt aber noch keinen Grund zur Entwarnung. Der Abwärtstrend ist völlig stabil", goss dagegen die Deutsche Bank gleich Wasser in den Wein. Zwar seien viele Aktien "überverkauft" und es könne auf den Parketts daher kurzfristig bessere Stimmung aufkommen. "Die Gesamtlage ist aber weiter äußerst kritisch", warnt ein Expert des Branchenprimus.

Die Zuversicht steigt

Dennoch macht sich hier zu Lande erste Zuversicht breit. In Frankfurt hielt sich am Donnerstag der Dax bis zum Nachmittag im Plus. Auch am Neuen Markt wurde der Kurssturz gestoppt. Entscheidend wird die weitere Entwicklung an der Weltleitbörse New York sein. "Wenn die Wall Street hustet oder schnupft, haben wir halt gleich eine kräftige Grippe", sagte ein Händler.

Größtes Risiko - besonders für den bei Kleinanlegern beliebten Neuen Markt - seien aber schlechte Nachrichten von den Unternehmen.

Und ausgerechnet ein Börsenneuling sorgte am Donnerstag erneut für Verärgerung bei den Anlegern. Der Vorstand der Bremer Allgeier Computer musste nur wenige Wochen nach dem Börsenstart einräumen, sich völlig verkalkuliert zu haben. Das Unternehmen korrigierte Gewinn- und Umsatzerwartung.

Aktionärsschützer gehen in die Offensive

"Wir prüfen jetzt sämtliche Fälle, bei denen möglicherweise Betrug vorliegt, und stellen dann auch Strafantrag", sagte in Frankfurt Rechtsanwalt Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Die Vorstände von Gigabell, Infomatec oder auch EM.TV - der Münchner Medienriese hatte sich ebenfalls bei seinen Halbjahreszahlen 2000 vertan - müssten sich auf erbitterte Gegenwehr der Aktionärsschützer gefasst machen.

Jetzt nur keine kalten Füße bekommen

Kleinanlegern rät Nieding, in der aktuellen Börsenkrise nicht kalte Füße zu bekommen. "Aussitzen", lautet sein Ratschlag. Selbst bei Verlusten im Depot sollte nicht blind verkauft werden. Im Gegenteil: Wer noch Geld übrig habe, könne sich langsam wieder nach guten Aktien umschauen und die Schwäche ausnutzen.

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