Chemie-Verband "Ein gutes Jahr in der Chemie-Geschichte"

Chef-Lobbyist Manfred Schneider ist mit seiner Branche zufrieden. Selbst die steigenden Ölpreise könnten den Aufschwung nicht aufhalten. Allerdings bereitet ihm der Regulierungs-Wille der Europäischen Kommission Sorgen.

München - "Das Jahr 2000 wird als ein gutes Branchenjahr in die Chemiegeschichte eingehen", sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Manfred Schneider. Als exportstarke Branche profitiere die Chemie-Industrie erheblich von der Euro-Schwäche.

Die starke Verteuerung des Rohöls, des wichtigsten Rohstoffs der Chemie-Industrie, könne den Aufschwung nicht hemmen. Die Verbraucher müssten bei Konsumartikeln zum Jahresende allerdings mit Preisanstiegen rechnen.

Im laufenden Jahr wird der Umsatz nach seinen Berechnungen um zwölf Prozent auf 213 Milliarden Mark steigen und damit die bisherigen Erwartungen übertreffen. Mit der Ertragsentwicklung ist Schneider zufrieden, auch wenn sie nicht mit dem Umsatzanstieg Schritt halten kann.

Beunruhigt ist der Verbandspräsident und Bayer-Chef dennoch - und zwar durch bekannt gewordene Informationen über das "Weißbuch" zur Neuausrichtung der Chemikalien-Politik in der Europäischen Union (EU), das im November vorliegen soll.

Er fürchtet Wettbewerbsnachteile, falls eine "schwarze Liste" von Stoffen aufgestellt würde, die außerhalb der EU durchaus noch verarbeitet werden dürften.

Optimistischer Blick in die Zukunft

Für das kommende Jahr rechnet Schneider mit einer Branchenkonjunktur auf anhaltend hohem Niveau. "Wir gehen mit einem gesunden Optimismus in das Jahr 2001", sagte Schneider.

Der VCI schätzt den Umsatzzuwachs auf rund sieben Prozent, wobei der Preisanstieg mit drei Prozent veranschlagt wird. Die Beschäftigtenzahl werde voraussichtlich stabil gehalten oder leicht nach unten gehen.

Das Produktionswachstum im laufenden Jahr soll bei vier Prozent liegen. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz in der chemischen Industrie um 13,5 Prozent auf 159,6 Milliarden Mark. Die Chemie-Exporte wuchsen um 14,5 Prozent auf 105,8 Milliarden Mark. Die Importe legten etwa um den gleichen Wert auf 66,4 Milliarden Mark zu.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.