Steag Hamatech Kurssturz nach Gewinnwarnung

Der Neue Markt kommt nicht zur Ruhe. Mit dem Anlagen-Hersteller hat ein weiteres Unternehmen seine Prognosen deutlich nach unten revidiert. Steag Hamatech droht nun ein Vertrauensverlust. Die Aktie ist bereits abgestürzt.

Frankfurt am Main - Steag Hamatech sind nach einer Gewinnwarnung abgestürzt. Die Papiere brachen am Donnerstag um über 20 Prozent ein und bildeten das Schlusslicht des Nemax-50.

"Die Meldung vom Verlust in Höhe von 60 Millionen Mark hat die Investoren verschreckt", urteilte ein Händler. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, im laufenden Jahr einen Verlust vor Steuern in dieser Höhe ausweisen zu müssen.

Das Vertrauen der Privatanleger ist erschüttert

Die Steag Hamatech-Aktie notierte noch im März bei knapp 70 Euro. Eine baldige Kurserholung scheint nicht möglich. Die Gewinnwarnung gehöre zu den "Hiobsbotschaften, die das Vertrauen der Privatanleger stark erschüttern können", sagte Albert Rapp, Händler bei Trinkaus & Burkhardt.

Da die jüngste Gewinnwarnung nicht der "erste Nackenschlag für die Investoren" gewesen sei, müssten die Anleger erst das Vertrauen in das Unternehmen zurückgewinnen, bevor man auf eine Erholung der Aktie hoffen könne. Darüber hinaus hänge diese nicht zuletzt von der Entwicklung des Gesamtmarktes ab.

Die US-Tochter belastet die Bilanz

Nach Angaben von Steag Hamatech liegt die Ursache des Ergebnisrückgangs im anhaltend ungünstigen Wechselkurs des Dollars im Vergleich zum Euro. Die amerikanische Tochtergesellschaft, die bisher für den Weltmarkt produzierte, habe dadurch unerwartet hohe Verluste eingefahren. Europäische Wettbewerber seien um bis zu 30 Prozent günstiger.

Die Gewinnrücklagen überstiegen den erwarteten Verlust, so dass ausreichend Eigenkapital vorhanden sei, teilte das Unternehmen mit. Der Verlust der AG für 2000 entstehe vor allem durch einmalige Aufwendungen. Dazu zählen im Zusammenhang mit der geplanten Produktionsverlagerung ein Forderungsverzicht gegenüber der amerikanischen Tochter und Abschreibungen des Beteiligungswertes.

Die Herstellung in den USA soll sich in Zukunft auf amerikanische Kunden konzentrieren. Der deutsche Standort Sternenfels werde gestärkt.

Ursachen für das schlechte Geschäft seien auch im schwierigen Marktumfeld und dem Wettbewerbsdruck zu finden, hieß es. Der Umsatz werde daher in diesem Jahr ebenfalls unter den Erwartungen liegen. Im Vorjahr lagen die Erlöse bei 545 Millionen Mark, für 2000 wurden nach früheren Angaben 419 Millionen Mark erwartet.

Mit einer deutlichen Erholung der Nachfrage für CD-Fertigungsmaschinen rechnet Steag Hamatech erst ab dem zweiten Quartal 2001. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anlagenbauer zur Produktion optischer Speichermedien mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent.

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