Telekom/Kirch Wettbewerbshüter stehen Pay-TV-Allianz im Weg

Der Bonner Konzern und das Münchener Medienunternehmen treiben ihre Zusammenarbeit im Pay-TV-Geschäft voran. Die Telekom will die Mehrheit an der Kirch-Tochter Betaresearch übernehmen. Noch sperrt sich das Kartellamt.

Hamburg - Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" wird die Deutsche Telekom für den 51-prozentigen Anteil an Betaresarch eine Milliarde Mark zahlen. Die Verträge lägen "unterschriftsreif vor", sagte ein Betaresearch-Sprecher der Zeitung.

Das Projekt sei nach dem Bekanntwerden im Februar von beiden Seiten "ad acta" gelegt worden, weil Kirch und Telekom zunächst mit anderen Angelegenheiten beschäftigt gewesen seien.

Erst in den vergangenen Tagen habe es wieder "informelle Gespräche" zwischen Betaresearch, Kirch, der Telekom und dem Kartellamt gegeben.

Der Kirch-Konzern hat am Donnerstag den Bericht über die neue Pay-TV-Allianz als "alte Geschichte" zurückgewiesen. Die Übernahme von 51 Prozent an Betaresearch durch die Telekom hätten die beiden Unternehmen bereits im Februar verkündet.

Kartellamt skeptisch

Derzeit befänden sich die Partner in Gesprächen mit den Kartellbehörden. Eine Vertragsunterzeichnung stehe für den Einstieg der Telekom deshalb noch aus. Wegen der beherrschenden Stellung von Telekom und Kirch auf den Kabel- und den Pay-TV-Märkten steht das Kartellamt der Allianz spektisch gegenüber.

Betaresearch ist für die Technik beim Kirch-Sender Premiere World verantwortlich. Die Firma hat auch das Betriebssystem für die d-Box programmiert, den Decoder zu Kirchs Bezahlfernsehen. Die Telekom will die d-Box zu einem Multimediaterminal, der T-Box, ausbauen, um ihre Zukunft im Kabelnetz zu sichern.

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