Analysten Empfehlungen am Vormittag

M.M. Warburg rät, EM.TV trotz der buchhalterischen Patzer zu kaufen. Die BGB empfiehlt Rösch als Kauf. Hornblower Fischer sieht bei Jumptec einen Wachstumstrend und gibt ein "Kauf"-Votum ab. Die BGB stuft RWE auf "Halten".

Frankfurt am Main - M.M. Warburg will die Revision der Halbjahreszahlen bei dem Münchener Medienunternehmen EM.TV (568 480) nicht überbewerten. Trotz des Vertrauensverlustes bekräftigten die Analysten ihre Kaufempfehlung. Nach dem Einbruch anderer Medienwerte am Neuen Markt reduzierte die Privatbank ihr Kursziel von 100 Euro auf 75 Euro (aktuell 40 Euro).

Der Filmrechtehändler hatte am Dienstag mit der Korrektur seiner Geschäftszahlen den Markt verunsichert. Der Umsatz der zu EM.TV gehörenden Jim Henson Company von rund 32 Millionen Mark könne bei EM.TV erst im zweiten Halbjahr 2000 erfasst werden anstatt im ersten. Nach Ansicht der Münchener Analysten wird sich jedoch die Verschiebung dieser Umsätze nicht auf das Gesamtjahr bei EM.TV auswirken.

Anders sehe es bei der Formel 1 aus: Den anteiligen Umsatz an der 50-Prozent-Beteiligung könne EM.TV ab dem Kauf am 12. Mai 2000 in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchen. Weil fünf der Formel 1-Rennen vor dem 12. Mai stattfanden, müsse die Umsatzprognose um 165 Millionen Mark reduziert werden. Dagegen könne der Filmrechtehändler aber die Formel 1-Erträge aus der Zeit vor dem 12. Mai beanspruchen, da die Kaufvereinbarung bereits ab dem 1. Januar 2000 gelte. Damit bleibe die Ertragsprognose nahezu unverändert.

Die Konzernteile Tele München Gruppe, Formel 1 und Jim Henson werden laut M.M. Warburg im Jahresabschluss 2000 berücksichtigt. Die Analysten bemängelten, dass die Höhe der Goodwill-Abschreibungen nicht wie erwartet im dritten Quartal bekannt gegeben wurde, sondern immer noch ungewiss sei. Die Privatbank geht davon aus, dass EM.TV über 20 Jahre 125 Millionen Mark jährlich abschreiben wird.

(Chart / Firmenprofil)

Rösch: Ergebnis über den Erwartungen / "Kauf" (BGB)

Die Bankgesellschaft Berlin (BGB) empfiehlt nach wie vor, die Aktie von Rösch (529 140) zu kaufen. Die Analysten begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Zahlen für das dritte Quartal "im Rahmen" geblieben seien. Der ausgewiesene Verlust sei darauf zurückzuführen, dass sich die Produktion neuer Ampullen für Spritzen ohne Nadel verzögert habe. Das Problem sei inzwischen behoben.

Das operative Ergebnis des Medizintechnikers von minus zwei Millionen Euro sei etwas besser ausgefallen, als die Analysten prognostiziert hätten. Die BGB-Experten hatten ein Minus von 2,4 Millionen Euro erwartet. Daher sehen sie keine Veranlassung, ihre Anlageempfehlung zu ändern.

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Jumptec: Positiver Wachstumstrend / "Kauf" (HF)

Hornblower Fischer (HF) hat den amerikanischen Hardwareproduzenten Jumptec (609 060) zum Kauf empfohlen. Das am Neuen Markt notierte Unternehmen habe sich in der seit Wochen anhaltenden Korrekturphase auf dem Markt für Wachstums- und Hightechwerte "vergleichsweise gut halten können".

Das Unternehmen wachse stärker als der Gesamtmarkt für miniaturisierte Computer mit integrierter Software und hätte seinen Umsatz im dritten Quartal um rund 210 Prozent auf 30,1 Millionen Mark steigern können. Dieser positive Trend wird sich nach Ansicht der Experten noch mindestens bis Ende kommenden Jahres fortsetzen.

(Chart / Firmenprofil)

RWE: Kein Kursauftrieb zu sehen / "Halten" (BGB)

Für die Bankgesellschaft Berlin (BGB) bleibt der Essener Energiekonzern RWE (703 700) nach wie vor ein "Sector Underperformer". In einer Analyse zur RWE-Aktie sprachen sich die BGB-Experten für "Halten" aus.

Als positiv bewerteten die Analysten, dass die Aktienzahl nach der Fusion von REW und VEW nicht aufgebläht worden sei. Bei den Geschäftszahlen für das Jahr 1999/2000 und den geplanten Kürzungen von Kraftwerkskapazitäten um rund 5000 Megawatt habe es allerdings keine Überraschungen gegeben. Einen nachhaltigen Kursauftrieb erwarten die Experten trotz kontinuierlicher Restrukturierungen und weiterer Akquisitionspläne aber nicht.

(Chart / Firmenprofil)

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