Mobilcom Wer hat den Zuschlag bekommen?

An wen hat die Schleswiger Mobilfunkfirma ihren 1,6 Milliarden schweren Auftrag für den UMTS-Aufbau vergeben? In die Vorauswahl hatten es Nokia und Ericsson geschafft, doch die hüllen sich bislang in Schweigen.

Düsseldorf - "Kein Kommentar" hieß es am Donnerstag sowohl bei Nokia als auch bei Ericsson auf die Frage, wer den Zuschlag erhalten hat. Beide Firmen verwiesen auf eine Pressekonferenz in der kommenden Woche.

Bei Analysten hieß es, jeder der beiden Ausrüster wäre eine Topwahl für die MobilCom. Ericsson gilt als etwas stärker im Infrastrukturaufbau, aber dafür schwächer bei den Endgeräten. Bei Nokia soll es genau umgekehrt sein.

MobilCom hat als erster der deutschen UMTS-Lizenznehmer einen Vertrag zum Netzaufbau geschlossen. Er hat nach Angaben des Unternehmens ein Gesamtvolumen von 1,6 Milliarden Euro bis Ende 2003 und wurde mit einem "weltweit führenden Mobilfunk-Infrastrukturhersteller" unterzeichnet.

Der Vertrag enthält neben dem Aufbau des UMTS/Multimedia-Netzes eine Reihe weiterer Leistungen wie die enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Diensten sowie Hardware- und Softwareanwendungen.

Klare Konditionen werden von Analysten gelobt

Der Lieferant hat sich verpflichtet, den UMTS-Netzstart für Mobilcom bis Mitte 2002 zu gewährleisten. Andernfalls werden erhebliche Vertragsstrafen fällig. Durch den gemeinsamen Einkauf mit France Telekom sei der Preis erheblich günstiger ausgefallen, als im Geschäftsplan vorgesehen, heißt es in einer Mitteilung. Außerdem werde das Netz früher als geplant fertig.

Als sehr positiv würdigte Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin die bekannt gegebenen Konditionen: die Finanzierung via Lieferantenkredit und die vereinbarten Vertragsstrafen für den Hersteller bei Nichterfüllung. Damit sei für die Branche ein Signal gesetzt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.