Vivendi Darf mit Seagram fusionieren

Die Fusion des französischen Konzerns mit dem kanadischen Schnaps- und Medienimperium Seagram soll genehmigt werden. Medienberichten zufolge will die EU-Kommission dem Zusammenschluss zustimmen.

Brüssel - Erst am Mittwoch haben die Brüsseler Wettbewerbshüter die Fusion von AOL und Time Warner genehmigt, nachdem die beiden Unternehmen zu verschiedenen Zugeständnissen bereit waren.

Nun sei nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zu erwarten, dass die 34 Milliarden Dollar teure Übernahme des Getränke- und Unterhaltungskonzerns Seagram durch den französischen Konzern Vivendi bereits in der ersten Phase des Prüfungsverfahrens abgesegnet werde. Das Blatt beruft sich dabei auf Kommissionskreise. Ende dieser Woche muss die Kommission entscheiden, ob die gemachten Zugeständnisse für eine Genehmigung ausreichen oder ob sie eine vertiefte Untersuchung einleiten will.

Vivendi Universal wäre zweiter Mediengigant neben AOL/Warner

Mit Vivendi Universal entstünde neben AOL und Time Warner ein weiterer Gigant der Unterhaltungs- und Kommunikationsbranche.

Zu der Seagram-Gruppe gehört das Hollywood-Studio Universal Studios, verschiedene TV-Beteiligungen und das Musiklabel Universal Music. Vivendi bringt unter anderem die Tochtergesellschaft Canal Plus, Europas größter Pay-TV-Anbieter, und die Mobilfunktochter Cegetel in die Verbindung mit ein.

Zugeständnisse im Filmbereich

Mit Zugeständnissen im Musik- und Filmbereich versucht der französische Vivendi-Konzern, den Wettbewerbshütern in Brüssel die milliardenschwere Medienfusion mit der Seagram-Gruppe schmackhaft zu machen. Dabei bietet Vivendi-Chef Jean-Marie Messier der EU an, die Filmangebote der Universal-Studios in Frankreich und Spanien dem freien Wettbewerb zu überlassen.

Universal-Musik nicht nur auf Internetportal Vizzavi

Ein weiteres Angebot betrifft den Musikbereich. Dort will das Unternehmen nicht exklusiv auf das Internet-Portal Vizzavi setzen. Auch anderen Anbietern sollen die Musik von Universal Music über ihre Portale anbieten dürfen.

Vizzavi ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der britischen Mobilfunkkonzern Vodafone und soll durch ein Multi Access Portal (MAP) seinen Kunden den Zugang zum Internet über Mobilfunktelefone, Fernseher und Computer ermöglichen.

Über die Vivendi-Mobilfunktochter Cegetel, den Sender Canal Plus und Vodafone Airtouch kann Vizzavi immerhin auf ein Potenzial von 80 Millionen Kunden zurückgreifen.

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