Stage Holding Will deutschen Markt erobern

Mit dem Disney-Musical "König der Löwen" will die holländische Stage Holding in Deutschland den Marktführer Stella vom Thron stoßen. Letztere hatte sich erfolglos um die Rechte beworben.

Hamburg - Der "König der Löwen" wird im nächsten Jahr im Hamburger Hafen brüllen. Das Erfolgsmusical des Disney-Konzerns soll im November 2001 im Theaterzelt am Hafenrand Premiere feiern.

"Damit beweisen wir, dass unser Interesse am deutschen Markt keine Eintagsfliege ist", sagte Maik Klokow, der Deutschland-Chef der Stage Holding. Die Stage Holding International mit Sitz in Amsterdam ist ein internationaler Unterhaltungskonzern, der sich vor allem auf Live-Entertainment spezialisiert hat.

Auf dem deutschen Markt trat die Stage Holding erstmals im Frühjahr dieses Jahres in Erscheinung, als sie das "Buddy"-Musical am Hamburger Hafen kaufte. Seitdem hat das Unternehmen Deutschland zu einem Schwerpunkt seiner Aktivitäten erklärt und will sein Engagement deutlich ausbauen.

Neue Musica-Theater sind in Planung

Im März 2001 wird im Essener "Colosseum"-Theater das Stage-Musical "Elisabeth" Premiere haben. Für den Neubau eines Musical-Theaters in Hamburg sucht die Stage Holding derzeit einen Standort. Auch in Berlin will sie ein oder zwei Theater übernehmen oder bauen.

Mittelfristig plant Deutschland-Chef Maik Klokow fünf bis sechs Musical-Theater in Deutschland zu errichten. Gespielt werden sollen zehn Musicals.

Einer ihrer Hauptkonkurrenten ist derzeit die Deutsche Entertainment AG (DEAG) unter der Führung von Peter Schwenkow. Im Frühjahr wollte Joop van den Ende ebenso wie Schwenkow die insolvente Stella kaufen.

Van den Ende unterlag, und für ihn blieben nur die Reste am Deutschen Musical Markt. Da war es ein gewisser Trost, das die Rechte für den "König der Löwen" an ihn gingen. An denen war nämlich auch die Stella Entertainment AG interessiert, allerdings noch vor ihrer Übernahme durch die DEAG.

"Traumhochzeit" verschaffte Popularität

Die Stage Holding, die allein dem Vorstandsvorsitzenden Joop van den Ende gehört, beschäftigt etwa 2.750 Mitarbeiter, erreicht nach eigenen Angaben jährlich ungefähr zehn Millionen Besucher und erwirtschaftet einen Umsatz von 190 Millionen Euro.

Joop van den Ende hat zusammen mit John de Mol die Endemol Entertainment gegründet hatte. Die wurde vor allem durch "Traumhochzeit" bekannt. 1998 trennten sich die beiden. Seitdem konzentriert sich van den Ende vor allem auf Musicals, während de Mol ausschließlich Fernsehunterhaltung wie "Big Brother" produziert.

Unter den vielfältigen Geschäftsaktivitäten in rund 30 Ländern machen Musicals den größten Anteil aus. Die Stage Holding entwickelt eigene Produktionen, so etwa das Broadway-Musical "Titanic", die sie auch in Lizenz an andere Betreiber weitergibt.

Sie spielt selbst ebenfalls Lizenzproduktionen in eigenen oder gemieteten Theatern, so wie "Phantom der Oper" oder "42nd Street" oder geht mit den Stücken auf Tournee. Ein wesentliches Standbein des Geschäfts liegt in den Niederlanden, wo bei 15 Millionen Einwohnern jährlich zwei Millionen Eintrittskarten zu Musicals verkauft werden.

Neben Musicals betreibt das Unternehmen die Show "Holiday on Ice" sowie Dinnershows, Events und Theater und einen Ticket-Service.

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