Crash-Stimmung Absturz der Technologiewerte erschüttert Weltbörsen

Die Kurserosion der Wachstumswerte schreitet voran. Im Sog der Nasdaq sind die Technologietitel weltweit eingebrochen. Die "New Economy" scheint das Vertrauen der Anleger verloren zu haben.

New York / Frankfurt am Main - Der ungebremste Fall der Technologieaktien in den USA erschüttert die internationalen Börsen weiter. Die Börsen in Europa, Asien und Lateinamerika verzeichneten am Mittwoch teils drastische Verluste.

An der asiatischen Leitbörse Tokio markierte der Nikkei-Index ein Jahrestief. Auch der Neue-Markt-Index Nemax-50 in Frankfurt fiel auf einen neuen Tiefstand.

Die Gewinne an der Nasdaq sind aufgezehrt

Nach Einschätzung von Analysten ist das Vertrauen der Anleger in die einst so begehrten Wachstumswerte dahin. Ein starker Dollar und hausgemachte Probleme machen vielen Firmen aus dem High-Tech-Bereich in den USA seit Wochen zu schaffen und damit auch den Anlegern an der Nasdaq.

Auch am Mittwoch ging es zunächst steil bergab: Schon in den ersten Handelstunden sank der Nasdaq Index mit seinen vielen Werten aus den Bereichen Computer, Internet und Biotechnologie um vier Prozent auf 3053 Zähler - die Kursgewinne seit Mai dieses Jahres sind damit dahin.

Der Kurs des Internetanbieters Yahoo stürzte einen Tag nach der Vorlage guter Quartalszahlen bis zum frühen Mittwochabend um rund 17 Prozent auf 68,63 Dollar.

Die Aktie von Lucent Technologies fiel sogar um mehr als 29 Prozent auf 22,25 Dollar. Das Unternehmen hatte unter anderem wegen Umsatzproblemen bei seinen optischen Systemen eine Gewinnwarnung ausgegeben.

Auch Dell Computer und AOL konnten sich dem Trend nicht entziehen und fielen um je rund 3,6 Prozent.

Vertrauenskrise am Neuen Markt

Das ließ den deutschen Markt nicht kalt: Fast fünf Prozent sackte der Nemax-50 am Neuen Markt in den Keller und lag am Abend bei 4136 Punkte - ein Minus von 7,8 Prozent und neuer Jahrestiefststand.

"Das Vertrauen in die Wachstumswerte ist zerrüttet". Da hätten auch die an sich guten Zahlen von Yahoo nichts daran ändern können, sagte eine Frankfurter Händlerin. Die Investoren seien nach wie vor verunsichert. "Wir kriegen keine Kauforders rein".

Auch Asien und Lateinamerika hängt im Sog der Nasdaq

Auch in Asien und Lateinamerika hinterließ der Abwärtstrend an der Nasdaq seine Spuren: In Japan fiel der Nikkei-Index aus 225 führenden Aktienwerten mit einem Minus von zwei Prozent auf 15.513 Punkte.

Die Kurse der Informationstechnologie-Anbieter NEC, Fujitsu und Rohm stürzten auf den tiefsten Stand des Jahres.

Wie die Leitbörse setzten auch die anderen Aktienmärkte in Asien ihre Talfahrt fort. Am stärksten büßte mit 5,3 Prozent das Börsenbarometer in Seoul ein, das bei 557,18 Zählern schloss. Auch in Hongkong, Taiwan und Bangkok verloren die Börsenbarometer deutlich über zwei Prozent, in Singapur sogar mehr als drei. Betroffen waren auch hier vor allem die Technologiewerte.

An den größeren lateinamerikanischen Börsen setzten sich die Verluste fort, wenn auch weniger stark. Am stärksten waren sie in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Dort fiel der Aktienindex Merval auch wegen der Regierungskrise um 1,54 Prozent auf 449,09 Punkte. Die Indizes an den Aktienmärkten in Sao Paulo und Mexiko City sanken um weniger als ein Prozent.

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