Börse Das Schreckgespenst geht um

Anleger und Investoren verfolgen mit bangen Blicken die Talfahrt am Kapitalmarkt. In einem Abstiegstaumel befinden sich die Werte am Neuen Markt. Ein Ende des "reinigenden Gewitters" können Experten noch nicht sehen.

Frankfurt am Main - Das Schreckgespenst vom Schwarzen Oktober scheint an den Aktienbörsen in diesem Jahr besonders heftig zu spuken. Nach mehreren Talfahrten der führenden Börsenbarometer in den vergangenen Tagen hat sich am Mittwoch der Sinkflug beschleunigt.

Bis zum späten Nachmittag verlor der Dax knapp drei Prozent auf 6475 Zähler. Für die Wachstumswerte am Neuen Markt kam es noch dicker. Der Nemax-50 gab zuletzt 7,40 Prozent auf 4145 Punkte ab und fiel auf einen neuen Jahrestiefstand.

Angst vor schwacher Konjunktur

Nach Einschätzung von Analysten spielen zwei Gründe eine entscheidende Rolle für die negative Stimmung an den Märkten.

Viele Anleger hätten Angst, dass die Konjunkturabschwächung in Europa stärker ausfallen könnte als erwartet, sagte Volker Borghoff von der DG Bank. Zudem befürchteten Investoren, dass die Ergebnisse der Firmen im dritten Quartal schlechter ausfallen könnten als gedacht, das gelte insbesondere für den Technologiebereich.

Erst im September hatte der Chiphersteller Intel eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal abgegeben.

Wohin steuern die Technologiewerte?

Grundsätzlich gebe es bei den Technologiewerten Bedenken hinsichtlich des langfristigen und nachhaltigen Wachstums, argumentierte Borghoff. Allerdings halte er die pessimistischen Erwartungen für das dritte Quartal für übertrieben. Man müsse die Ergebnisse abwarten.

Viele Händler betrachten den derzeitigen Abwärtstrend auch als reinigendes Gewitter. "Das ist erst der Anfang der Verarbeitung der diesjährigen Frühjahrsexzesse", sagte Guiseppe Amato von Lang & Schwarz. Nach seiner Meinung erlebt der Neue Markt derzeit einen Crash auf Raten.

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