Deutsche Bahn Wehrt sich gegen Web-Mitfahrvermittlung

Die Hamburger Internetfirma Kartenfuchs.de ist dem Schienenriesen ein Dorn im Auge. Der Onlinedienst vermittelt Gruppenfahrten übers Netz. Nun will die Bahn gegen den Anbieter vorgehen.

Bonn - Die gewerbliche Organisation von Gruppenfahrten, um preisgünstigere Tickets nutzen zu können, sei unlauterer Wettbewerb, erklärte eine Bahn-Sprecherin. Das eigene Geschäft werde beeinträchtigt.

Kartenfuchs.de ist erst seit Ende August im Netz. Der Dienst organisiert und vermittelt Gruppenfahrten per Internet. Das Online-Angebot ermöglicht nach Aussage des Internetdienstleisters Ersparnisse bei Bahnfahrten von bis zu 65 Prozent, da die online zusammen gestellte Reisegruppe günstige Mitreise- und Gruppentarife nutzen könne.

Das stößt bei der Bahn auf wenig Gegenliebe. Die von kartenfuchs.de unterbreiteten Vorschläge für eine Kooperation seien für die Bahn nicht annehmbar gewesen. Zudem nutze Kartenfuchs.de ohne Genehmigung den Fahrplanserver der Bahn. Über weitere Schritte wolle man gegen Ende der Woche entscheiden, erklärte die Bahn-Sprecherin.

Von gewerblicher Organisation könne angesichts der "absolut kostenlosen" Vermittlung der Kartenfuchs-Gruppen nicht die Rede sein, erklärte Kartenfuchs.de-Initiator Sven Koschik in einem Offenen Brief an Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Er kündigte trotz einer von der Bahn verlangten Unterlassungserklärung an, weitermachen zu wollen.

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