Adidas-Salomon Bläst zum Angriff auf Nike

Der größte europäische Sportartikelkonzern will mit einer neuen Markenstrategie auch weltweit zur Nummer eins werden. Drei neue Labels sollen die Schuhe und Textilien an bislang unerreichte Zielgruppen bringen.

New York - Unter dem Namen "Equipment" kreiert Adidas eine Edel- Marke, die es mit Designer-Labels aufnehmen soll. "Wo die Tommy Hilfigers und Ralph Laurens reinkommen", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer bei einer Präsentation, "drängen wir sie zurück."

Die Neumarke "Original" basiert auf dem traditionellen Adidas-Design mit der Silhoutte eines Ahornblatts. Adidas druckt das Markensymbol auf Freizeitbekleidung, die sich an trendbewußte Käufer richtet. Die Original-Produkte bewegen sich in der Preisklasse von Polo oder GAP.

"Forever Sport" soll das Drei-Streifen-Logo beibehalten und richtet sich an Sportler. Mit den gestreiften Schuhen und Textilien will Adidas Rivalen wie Nike, Reebok, Puma und Fila Paroli bieten.

Doppelt so großer Erzrivale soll überholt werden

Das mittelfränkische Unternehmen, weltweit die Nummer zwei im Sportartikelmarkt, hat es sích vorgenommen, binnen fünf Jahren den fast doppelt so großen Rivalen Nike zu überholen.

Das dürfte nicht einfach werden. Der Konzern konnte im ersten Halbjahr 2000 seinen Umsatz in Europa zwar um fünf Prozent steigern. Auf dem Schlüsselmarkt in Nordamerika verzeichnete er jedoch einen Rückgang von rund acht Prozent. Im Gesamtjahr 2000, immerhin, will Adidas-Salomon seinen Jahresumsatz von 10,5 Milliarden Mark um zwei Prozent steigern.

Konzern-Vizechef Hainer will nicht allein mit neuen Marken Punkte machen, sondern auch die Kosten drücken. Er hat sich vorgenommen, Doppelfunktionen zu kappen und will die US-Tochter straffer an das Mutterhaus binden.

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