Nobelpreis Die Wahl fiel auf US-"Wahlforscher"

Die US-Ökonomen James Heckman und Daniel McFadden erhalten den Nobelpreis für Wirtschaft. Beide entwickelten Methoden, die in der statistischen Analyse des Verhaltens von Einzelnen oder Haushalten benutzt werden.

Stockholm - Heckman erhalte den Preis für "die Entwicklung von Theorien und Methoden zur Analyse selektiver Stichproben" und McFadden für die Entwicklung von "Theorien und Methoden zur Analyse diskreter Wahlentscheidungen", erklärte die Akademie der Wissenschaften in Stockholm.

Das Fachgebiet der beiden Wissenschaftler ist die Mikroökonometrie im Grenzbereich zwischen Ökonomie und Statistik. Sie repräsentiert eine Methodologie zur Untersuchung so genannter "Mikrodaten", die ökonomische Informationen über große Gruppen von Individuen, Haushalten oder Unternehmen enthalten.

Heckman und McFadden hätten fundamentale Probleme gelöst, die sich bei der Analyse von Mikrodaten ergeben, hieß es in der Begründung. Die von ihnen entwickelten Methoden fußten auf einer soliden wirtschaftswissenschaftlichen Grundlage; sie seien aber auch in engem Zusammenspiel mit der angewandten Forschung über wichtige soziale Probleme entstanden.

Mikrodaten enthielten oft selektive Stichproben, die statistische Probleme erzeugten. Der 1944 in Chicago geborene Heckman habe statistische Methoden entwickelt, die diese Stichproben in einer angemessenen Weise behandeln können.

Mit Hilfe von Heckmans Modellen können man beispielsweise ermitteln, welche Auswirkungen ein Jahr Ausbildung auf die Löhne haben werden und man könne die Unterschiede zwischen den Gehältern von Frauen und Männern unter Berücksichtigung ihrer Bildung und des Alters studieren. Heckman lehrt an der Universität von Chicago.

Der 63-jährige McFadden, der an der Universität von Berkeley lehrt, legte den Angaben zufolge die Grundlagen für eine Theorie, die sich mit Wahlentscheidungen von Menschen zum Beispiel beim Wohnort oder des Arbeitsplatzes beschäftigt. Ein weiteres Beispiel seiner Arbeit ist die Studie in den 90er Jahren über Wohlstandsverluste nach der Havarie der Exxon Valdez vor der Küste Alaskas.

Der Wirtschaftsnobelpreis ist mit zwei Millionen Mark dotiert. Der Preis wurde - anders als die fünf "klassischen" Auszeichnungen für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden - nicht von Stifter Alfred Nobel, sondern erst 1968 von der Schwedischen Reichsbank in Verbindung mit der Nobel-Stiftung ins Leben gerufen.