Analysten Empfehlungen am Vormittag

Die BGB stuft Mobilcom auf "Akkumulieren". Die LBBW empfiehlt Preussag als "Outperformer". Goldman Sachs bestätigt Infineon auf der "Recommended List" und gibt ein Kursziel von 75 Euro an. Außerdem: Deutsche Bank.

Frankfurt am Main - Die Bankgesellschaft Berlin (BGB) hat ihre Einstufung der Mobilcom-Aktie (662 240) mit "Akkumulieren" erneut bestätigt. Wie die BGB mitteilte, hält sie die jüngsten Kursrückschläge aufgrund der kurz bis mittelfristig erwarteten positiven Unternehmensmeldungen für übertrieben.

Gerüchte über einen möglichen Rücktritt des Mobilcom-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schmidt sowie widersprüchliche Meldungen über die strategische Ausrichtung der Internet-Tochter Freenet haben nach Ansicht der Finanzexperten neben der allgemeinen Schwäche der Telekommunikations-, Medien- und Technologietitel (TMT) bei den Kursverlusten eine Rolle gespielt.

Die Mobilcom führe mit der France Telecom harte Verhandlungen über die mögliche Kooperation oder Integration von deren Internet-Tochter Wanadoo und Freenet. Die BGB betont, dass eine partnerschaftlich Zusammenarbeit für einen erfolgreichen Start im UMTS-Geschäft ab 2002/2003 unabdingbar sei.

Mobilcom treffe zudem Vorbereitungen für eine Klage gegen das Preisniveau der deutschen UMTS-Lizenzen, die in der Öffentlichkeit teilweise Unverständnis ausgelöst hätten. Die BGB geht davon aus, dass die Klage erst nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile für die Aktionäre erfolgt. Mobilcom sei nach Unternehmensangaben in einem ähnlichen Fall bezüglich Festnetzlizenzen erfolgreich gewesen und habe einen Vergleich ausgehandelt.

Die BGB geht davon aus, dass die Mobilcom ihre Außenkommunikation verbessern und sich damit die allgemeine Unsicherheit legen wird. Für die kommenden Wochen erwarte die Bankgesellschaft positive Unternehmensmeldungen.

(Chart / Firmenprofil)

Preussag: Deutliches Wachstum / "Outperformer" (LBBW)

Preussag (695 200) wird von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) angesichts einer "hervorragenden Positionierung des Touristikgeschäftes" als "Outperformer" eingestuft. Die Stuttgarter Analysten prognostizieren für das vierte Quartal vor allem in der Touristiksparte eine fortgesetzt erfreuliche Ertragsentwicklung. Das dritte Quartal habe das schwächere erste Touristik-Halbjahr kompensiert.

Auch das Finanzierungskonzept für die Übernahme des britischen Reisekonzerns Thomson Travel bewertete die LBBW grundsätzlich als positiv. Für die Thomson-Übernahme sollen unter anderem der Wohnungsbestand, die Sparte Gebäudetechnik und die Beteiligung an Thomas Cook verkauft werden. Aus dem geplanten Erlös von mehr als drei Milliarden Euro sollten auch noch weitere Touristik-Zukäufe finanziert werden.

Die Preussag richte ihr Unternehmensportfolio konsequent auf die Dienstleistungen aus, die bereits 60 Prozent des Umsatzes lieferten, schrieb die LBBW. Die Ertragssituation sollte sich daher sowohl quantitativ als auch qualitativ kontinuierlich verbessern. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei der Konzernumsatz um 32,9 Prozent auf 13,9 Milliarden Euro gestiegen.

(Chart / Firmenprofil)

Infineon: Kursziel 75 Euro / "Recommended List" (Goldman Sachs)

Goldman Sachs haben ihre Einstufung des Dax-Titels Infineon (623 100) auf ihrer "Recommended List" bestätigt. Die Gewinnerwartung für 2001 wird gleichzeitig von 2,79 Euro je Aktie auf 2,85 Euro angehoben. Die Gewinnerwartung für das laufende Jahr bleibe unverändert bei 1,58 Euro. Grund für die Neubewertung sei die von Infineon heraufgesetzte Gewinnprognose.

Das Kursziel aber senkten die Analysten von bisher 100 Euro auf 75 Euro (aktuell 48 Euro). Als Grund hierfür nannte Goldman Sachs die Entwicklung der Halbleiterbranche. Die gesamte Sparte werde künftig geringer bewertet.

(Chart)

Deutsche Bank: Beunruhigte Anleger / "Marketperformer" (Merck Finck)

Merck Finck stuft die Deutsche Bank (514 000) trotz anhaltender Gerüchte um Verluste bei einem Junk-Bond-Geschäft in den USA als "Marketperformer" ein. Der Kursverfall vom Vortag sei nicht gerechtfertigt und bereits jetzt "übertrieben". Gleichwohl sehen die Analysten die Gefahr, dass die Investment-Banking-Geschäfte der Deutschen Bank in den USA für Unruhe unter den Anlegern sorgen könnte.

Die Deutsche Bank hat laut Berichten des Wall Street Journals Probleme, ein Finanzierungspaket über 1,46 Milliarden Dollar für den US-Mobilfunkanbieter MainStream PCS Holdings zu platzieren. Die Deutsche Bank rechne aber nicht mit Ausfällen, schrieben die Analysten. Laut Merck Finck will die Deutsche Bank mit diesem Geschäft ihre Position im Hochzinsmarkt ausbauen.

Das im April gegründete Unternehmen MainStream brauche den Kredit, um Mobilfunk-Operationen in Chicago und Cincinnati von Verizon Wireless zu kaufen. Der Anbieter will nach Aussagen der Analysten das Finanzierungspaket unter anderem mit einer Unternehmensanleihe über 300 Millionen Dollar abdecken, habe diese Corporate Bonds bislang aber nicht absetzen könne. Sollte MainStream die Junk Bonds nicht verkaufen, könne die Deutsche Bank von diesem Finanzierungsgeschäft zurücktreten.

(Chart / Firmenprofil)