Motorola Gewinnprognosen zurückgenommen

Der Mobilfunk-Hersteller reduziert seine Erwartungen. Das Wachstum der Halbleiterindustrie werde sich deutlich verlangsamen, heißt es. An der Börse lösten die Aussagen einen Kursrutsch aus.

New York - Motorola hat am Mittwoch seine Gewinnprognosen für das vierte Quartal und das Jahr 2001 zurückgenommen. Die Ankündigung hat die Aktien des Handy-Hersteller in einen Sturzflug übergehen lassen.

Aktienkurs fällt um ein Fünftel

An der Wall Street fielen die Aktien des Branchenzweiten nach Handelsbeginn um rund 20 Prozent auf 21,25 Dollar.

Motorola rechnet mit einer weltweiten Abschwächung der Halbleiterindustrie und erwartet geringere Gewinnmargen in ihrem Mobilfunkgeschäft. In einer Konferenzschaltung mit Analysten sagte Motorola einen Gewinn von 27 Cent je Aktie und 10,5 Milliarden Dollar Umsatz für 2001 voraus. Analysten hatten 37 Cent je Aktie erwartet.

Weltweit rechnet Motorola in diesem Jahr mit einem Wachstum der Halbleiterindustrie von 35 bis 40 Prozent, doch 2001 werde das Wachstum auf 20 bis 25 Prozent nachgeben.

Deutliches Wachstum im dritten Quartal kann nicht überzeugen

Der größte amerikanische Handyhersteller, der auch Chips sowie Breitband- und Telekomausrüstungen anbietet, hat am Dienstag seine Zahlen für das dritte Quartal bekannt gegeben. Das Unternehmen steigerte den Quartalsumsatz um 18 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar und erfüllte damit die Erwartungen der Analysten.

Der Betriebsgewinn kletterte unter Ausklammerung von Sonderfaktoren um 66 Prozent auf 598 Millionen Dollar.

In den ersten neun Monaten 2000 steigerte Motorola den Umsatz um 20 Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn aus dem operativen Geschäft verdoppelte sich unter Ausklammerung von Sonderfaktoren auf 1,6 Milliarden Dollar.

Handy-Absatz in Europa fällt

Im Handy-Bereich erhöhte sich der Umsatz im dritten Quartal nur um vier Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Der Auftragseingang fiel um 23 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, da es ein Jahr zuvor einen Auftragsschub gegeben hatte.

Der Handy-Absatz stieg in Nord- und Südamerika erheblich, sank aber in Europa. Der Auftragseingang für Handys war in Europa sehr viel schwächer und gab in Nord- und Südamerika ebenfalls nach, doch stieg er in Asien. Allerdings stieg die Gewinnmarge im Handy-Geschäft im dritten Quartal von vier auf sechs Prozent des Umsatzes.

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