Enel Italienischer Energieriese baut Telekommunikations-Sparte aus

Der größte europäische Stromversorger will für elf Milliarden Euro von der britischen Vodafone Group die Infostrada kaufen. Damit reagiert er auf die gesunkenen Einnahmen aus seinem Kerngeschäft.

Rom - Eine Sprecherin bestätigte, dass Infostrada mit Wind, der gemeinsamen Mobilfunk-Tochter von Enel und France Telecom, zusammengeführt werden soll.

Enel hält an Wind derzeit noch 73,4 Prozent, France Telecom ist mit 26,6 Prozent beteiligt.

Für Mitte kommenden Jahres ist der Börsengang von Infostrada/Wind geplant. France Telecom erhält dann 32,5 Prozent an dem neuen Unternehmen, Enel 42,5 Prozent. Die restlichen 25 Prozent gehen in den Börsenhandel.

Enel stieg in den Telekommunikations- und Internet-Dienst ein, nachdem die Regierung den einstigen Strommonopolisten zum Verkauf von Kapazitäten an die Konkurrenz aufgefordert hatte. In Folge der Liberalisierung des Strommarktes sind die Preise unter Druck geraten.

Deutsche Energie-Versorger wie RWE hatten im Telekommunikations-Geschäft bisher wenig Erfolg und haben ihre Aktivitäten weitgehend eingestellt. Dennoch sind auch sie gezwungen, in andere Geschäftsbereiche wie der Wasserversorung einzusteigen.