ICANN Andy Müller-Maguhn vertritt Europa

Ein Ex-Hacker vertritt die Interessen der europäischen Web-Gemeinde: Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club ist in den Vorstand des Gremiums zur Webadressen-Verwaltung gewählt worden.

New York - Die Wahl ging am Dienstag zu Ende. Die Internet-Selbstverwaltung ICANN entscheidet in nächster Zeit unter anderem über die Einführung neuer Adressbereiche zur Ergänzung von .com oder .org. Die Bekanntgabe der neuen so genannten Top-Level-Domains (TLD) wurde für Ende November erwartet. Vermutlich wird sich dies aber verzögern, da mehr Vorschläge als erwartet eingingen.

Auch ICANN-Kritiker Auerbach sitzt jetzt im Vorstand

An der ICANN-Wahl für die Regionalvertreter teilnehmen konnte jeder Internetnutzer, der sich dafür registrieren ließ. In den USA wurde ein bekannter Kritiker des gegenwärtigen Systems, Karl Auerbach, in den 19-köpfigen ICANN-Vorstand gewählt. Er arbeitet bei Cisco Systems in Kalifornien und will gegen die seiner Ansicht nach zu starke Wirtschaftsorientierung des Internets vorgehen. Er sieht sich selbst als "Stimme besorgter Bürger."

Für Lateinamerika und die Karibik wurde Ivan Moura Campos aus Brasilien gewählt, der Chef der Firma Akwan Information Technologies. Der asiatisch-pazifische Raum wird durch Masanobu Katoh aus Japan vertreten, Afrika durch Nii Quaynor aus Ghana.

Die Wahl begann am 1. Oktober und dauerte bis Dienstag. Mehr als 34.000 Internet-Nutzer nahmen teil. Die Gewinner treten ihr Amt am 16. November an, dem letzten Tag der ICANN-Jahrestagung in Marina del Rey in Kalifornien. Sie lösen dann fünf ICANN-Direktoren ab, die bislang als Vertreter der Nutzer ernannt worden waren.