Procter & Gamble Steht in der Kritik der Schauspieler

Schauspieler wie Julia Roberts und Tim Robbins drohen dem Konzern mit einem Produkt-Boykott. Er hatte einen Streik der Schauspieler-Gewerkschaft unterlaufen.

Los Angeles/New York - Mit einem Schauspieleraufmarsch in Manhattan will der Gewerkschaftsdachverband AFL-CIO die US-Bevölkerung zum Boykott von Procter-Produkten aufrufen. Nach Ansicht von AFL-CIO-Präsident John Sweeney sollen die Amerikaner Tide-Waschmittel, Crest-Zahnpasta und Ivory-Seife in den Regalen der Händler liegen lassen.

P&G hatte einen Streik unterlaufen, den die Vereinigung der TV-Schauspieler (Screen Actors Guild) angezettelt hatte. Nicht gewerkschaftlich organisierte Schauspieler traten in den Werbefilmchen für Ivory und Tide auf.

Die organisierten Mimen fordern seit längerem eine bessere Bezahlung und klare Regelungen über den Einsatz von Werbespots im Internet. Die Verhandlungen mit der werbungtreibenden Industrie waren jedoch im vergangenen Monat ins Stocken geraten; ein Streik war die Folge.

P&G steht stellvertretend die gesamte Industrie

P&G fühlt sich ungerecht behandelt. Das Unternehmen habe einen "fairen und lukrativen" Rahmenvertrag der Industrieseite verteidigt, sagte ein Sprecher.

Tatsächlich muss der Konzern, der weltweit die größten Werbeetats vergibt, als Stellvertreter für die gesamte werbungtreibende Industrie herhalten. "Wir können nicht alle US-Unternehmen gleichzeitig angreifen", erklärte William Daniels, der die Screen Actors Guild anführt. Daniels: "Es ist nötig, ein einzelnes Ziel herauszupicken."