DaimlerChrysler Erstmals Mercedes-Teile in Chrysler-Marken?

Nach der Gewinnwarnung für das US-Geschäft stellen die Stuttgarter die Geschäftsmodelle aller Chrysler-Marken auf den Prüfstand. Mercedes und Chrysler könnten enger zusammen wachsen.

Auburn Hill - DaimlerChrysler startet eine umfassende Überprüfung der Strategien bei der Produktentwicklung, den Plattformen und der Flexibilität bei der Fertigung ihrer US-Tochter Chrysler.

Die Nachschau, die von Chrysler-Präsident Jim Holden geleitet wird, könnte dazu führen, dass erstmals Mercedes-Benz-Motoren in Chrysler-Fabrikate eingebaut werden, berichtet die "Financial Times".

Im vergangenen Monat musste DaimlerChrysler eine Gewinnwarnung heraus geben, nachdem die US-Tochter im dritten Quartal voraussichtlich 600 Millionen Euro Verlust einfährt. Der Strategie-Check wird, so ist zu erwarten, über das laufende, zwei Milliarden Dollar schwere Kostenspar-Programm bei Chrysler hinaus gehen.

Diesel und Getriebe von Mercedes-Benz

Auf dem Prüfstand stehen, so die Zeitung, die Geschäftsmodelle aller Chrysler-Marken. Nach Angaben von DaimlerChrysler-Mitarbeitern ist der stärkere Austausch von Teilen zwischen Chrysler und Mercedes-Benz geplant.

So könnten Mercedes-Dieselmotoren künftig in Jeeps und in die Europa-Ausgabe des PT Cruiser eingebaut werden. Das Retro-Modell PT Cruiser wird für Europa wahrscheinlich in Graz montiert.

Bereits sicher ist, dass die US-Tochter in eigenen Werken ein von Mercedes entwickeltes Getriebe für die Marken Dodge, Jeep und Chrysler produzieren wird. Dafür investiert Chrysler rund 455 Millionen Dollar.

Kleinwagen aus Asien für Nordamerika?

Weiteres Potenzial erwarten Branchenkenner von einer gemeinsamen Produktentwicklung in Asien. Damit dürfte vor allem Chrysler die Kapazitäten von Mitsubishi und Hyundai nutzen. Als Ergebnis könnte ein neuer Kleinwagen für den Markt in Nordamerika stehen.