Börse heute "Alte" Wirtschaft hilft dem Dax

Unentschlossene Märkte in den USA und ein Druck auf deutsche High-Tech-Aktien haben für ein uneinheitliches Bild gesorgt. Stützend wirkten Kursgewinne bei DaimlerChrysler, Preussag oder Lufthansa.

Frankfurt am Main - Der Dax schloss um 0,11 Prozent leichter bei 6673 Punkten. Die im Mdax zusammengefassten 70 mittelgroßen Werte kletterten dagegen um 0,89 Prozent auf 4893 Zähler. Am Neuen Markt setzten die "Wachstumswerte" ihre Talfahrt fort. Der Nemax 50(Performance-Index) der 50 wichtigsten Aktien fiel um 1,52 Prozent auf 4490 Punkte.

Nahezu sämtliche Technologieaktien im Dax und am Neuen Markt standen unter starkem Verkaufsdruck. "Fondsmanager geben die Übergewichtung der Hochtechnologiebranche nun auf und verkaufen die Titel", sagte der Aktienhändler Detlef Becker von der Stadtsparkasse Köln.

"Der Markt ist hin- und hergerissen. Investoren warten auf die Zahlen der Internetwerte Yahoo und Motorola für das dritte Geschäftsquartal nach Börsenschluss in New York", sagte Becker. Hier werde sich in der Nacht der künftige Trend für Technologiewerte abzeichnen.

Deutsche Bank verbilligten sich um 2,89 Prozent auf 92,10 Euro. Ein Aktienhändler begründete die Kursverluste mit Marktgerüchten, nach denen die Deutsche Bank in ihrem Junk-Bond-Geschäft erhebliche Verluste verbuchte.

DaimlerChrysler ist der Gewinner im Dax

Die Liste der Kursgewinner im Dax führte DaimlerChrysler an. "Für Daimler kommen jetzt die ersten Empfehlungen herein", sagte Händler Becker. Der Wert habe nun offenbar genug verloren und werde geordert. Die Aktie gewann 2,10 Prozent auf 53,30 Euro.

Als einzige Technologieaktie im Dax stieg der Münchener Siemens-Konzern an der Börse - um 2,21 Prozent auf 144,62 Euro. Die börsennotierten Tochterunternehmen Epcos und Infineon wurden vom Markt allerdings weiter mit Verlusten abgestraft.

Konsumtitel waren gefragt. Die Aktie des Handelskonzerns Metro kletterte um 0,93 Prozent auf 48,76 Euro. Der Konzern plant nach einem Pressebericht die Expansion in den russischen Markt. Henkel-Aktien zogen daraufhin ebenfalls um 1,44 Prozent auf 67,56 Euro an.

Neuer Markt: Wachstumswerte schrumpfen

Die Indexschwergwichte Intershop und EM.TV setzten auch am Dienstag ihren Abwärtstrend fort und belasteten den Gesamtmarkt. EM.TV verloren 8,2 Prozent auf 36,50 Euro, obwohl die Analysten von HSBC die Aktie des Medienunternehmens auf "Kaufen" heraufgestuft hatten. Intershop büßten knapp sechs Prozent ein, nachdem das Bankhaus Sal. Oppenheim seine Bewertung der Intershop-Papiere auf "akkumulieren" von "kaufen" herabgestuft hatte.

Gegen die allgemeine Markttendenz konnten sich Teles mit einem Plus von gut 13 Prozent stemmen. Die Analysten von SES Research hatten zuvor ihre Bewertung der Papiere auf "Outperformer" von "Marketperformer" heraufgenommen. Deutsche Anlage Bank kletterten um 8,5 Prozent auf 52,10 Euro. Händler verwiesen zur Begründung des Kursaufschlags auf die Quartalszahlen, die die Bank am Morgen vorgelegt hatte.

Europa: Behauptet

In Paris legten die im EuroStoxx-50 zusammengefassten europäischen Standardwerte 0,47 Prozent auf 4867,33 Punkte zu. Die Börse in Paris verzeichnete Kursgewinne. Die Aktienbörse in London war knapp behauptet.

Wall Street: Leicht im Minus

Die New Yorker Aktienbörse hat am Dienstag rund eineinhalb Stunden vor Handelsschluss leicht im Minus tendiert. Nach einem uneinheitlichen Start hätten im Handelsverlauf Kurseinbußen im Technologiesektor die Indizes nach unten gezogen, sagten Händler. Gewinne bei Versorger- und Pharmawerten hätten diese negative Tendenz nicht auffangen können. Der Dow-Jones-Index 30 lag um 20.15 MESZ Uhr mit 0,01 Prozent im Minus auf 10.566 Zählern. Der marktbreitere S&P-500-Index tendierte 0,43 Prozent schwächer auf 1396 Punkten, und der Nasdaq Composite Index rutschte 2,13 Prozent ins Minus auf 3284 Zähler.

Devisen: Euro rutscht ab

Der Euro konnte die Marke von 87 US-Cent nicht halten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 0,8693 Dollar gehandelt. Der Dollar kostete 2,2507 Mark. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 0,8721 (Montag: 0,8695) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 2,242 (2,2494) Mark.

Der Rentenmarkt bewegte sich uneinheitlich. Der Bund-Future zehnjähriger Staatsanleihen verlor 0,1 Prozent auf 105,37 Punkte. Der Rentenindex Rex stieg dagegen um 0,1 Prozent auf 110,14 Punkte.

Die Schlussnotierung für Gold betrug am Dienstag in London 272,60 Dollar pro Feinunze.