Bayer Baut E-Business aus

Der Chemieriese will 2004 die Hälfte seines Umsatzes über das Internet erwirtschaften. Dazu beteiligt sich das Unternehmen vor allem an Handelsplattformen wie beispielsweise dem am Montag von der EU-Kommission genehmigten Marktplatz Chemplorer.

Leverkusen - Derzeit investiert Bayer rund 80 Millionen Euro jährlich in den Aufbau von E-Commerce-Anwendungen, sagt Gerhard Römer, Leiter Beschaffung beim Chemieriesen Bayer. Seinen Angaben zufolge ist das Unternehmen bislang an 13 Internet-Marktplätzen beteiligt.

Jüngstes Beispiel ist die Handelsplattform Chemplorer. Der virtuelle Marktplatz soll die Beschaffungskosten der Chemie-, Kosmetik- und Pharmaindustrie senken helfen. Bayer rechnet bei den Prozesskosten mit Einsparungen um bis zu 80 Prozent.

EU genehmigt Chemplorer

Auf Chemplorer können Unternehmen Einkäufe von technischen Gütern, Laborversorgung, Betriebsausstattung und Packmitteln abwickeln. Zum Start der Website sind mehr als 200.000 Artikel verfügbar.

Bayer hat die Plattform zusammen mit Infraserv Höchst und der Deutsche Telekom entwickelt. Am Montag genehmigte die EU-Kommission die Plattform, wettbewerbsrechtliche Bedenken hätten sich nicht bestätigt.

Weitere Unternehmen haben bereits ihr Interesse an einer Beteiligung bekundet. Darunter sind die Unternehmen Dynamit Nobel, Schering und Wella. Mit weiteren Interessenten stehen die Initiatoren in Verhandlungen.

Weiterer Chemie-Marktplatz bereits in Planung

Der vom Volumen bedeutendste Marktplatz für Bayer ist Elemica - ein globaler Chemiemarktplatz, an dem neben den Leverkusenern auch die US-Konzerne Dow Chemical und DuPont beteiligt sind. Die Plattform soll noch in diesem Jahr starten.

Kaiser prognostiziert hier ein Transaktionsvolumen im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich. Denn der angesprochene Markt habe ein Volumen von 600 Mrd Dollar.

Weitere Marktplätze, die Bayer nutzt, sind Omnexus - ein Marktplatz für thermoplastische Kunststoffe - und Yet2.com - eine Plattform, auf der Patente, Lizenzen und Erfindungen gehandelt werden. Daneben hat der Konzern mehrere Plattformen aufgebaut, zu denen nur Bayer-Kunden Zugang haben.

Partner für Plattform für Investitionsgüter gesucht

Noch nicht aktiv im Internet ist Bayer bei den Investitionsgütern. In Bezug auf E-Commerce-Aktivitäten im Anlagenbau habe sich der Konzern noch nicht festgelegt, mit wem er zusammenarbeiten wolle, erläuterte Römer. Bis Ende des Jahres jedoch sollen die Partner für einen Marktplatz in diesem Bereich gefunden sein.