CMGI eröffnet in Hamburg eine Niederlassung

Trotz Sparkurs baut die amerikanische Internetholding CMGI Vertretungen in Europa auf. In Hamburg eröffnet das Unternehmen im Dezember einen CMGI-Campus. In dessen Büro sollen vor allem die zum Netzwerk gehörenden Unternehmen Platz finden.

Hamburg - Ursprünglich sollten sich in den CMGI-Campus auch neue Firmen ansiedeln können, an denen sich die Holding beteiligen wollte.

Doch nach hohen Verlusten im vergangenen Geschäftsjahr hat sich das Internet-Netzwerk einen regiden Sparkurs verordnet. Der angekündigte Expansionskurs in Europa ist vorerst ins Stocken geraten.

CMGI-Büros in Europa geplant

Den Einsparungen zum Trotz baut CMGI zurzeit mehrere Firmenpräsenzen in Europa auf. Wie bereits in London und Paris ist auch eine Niederlassung in Hamburg in Arbeit. Das mehrere hundert Quadratmeter große Büro soll im Dezember eröffnet werden. Weitere CMGI-Campuse seien in Amsterdam, Mailand, Stockholm, Madrid und Dublin geplant, sagt Marcus Bicknell, Europa-Chef von CMGI, gegenüber manager magazin online. Sie sollen im kommenden Jahr starten.

In den Büros stellt die US-Holding, die insgesamt an 70 Internetunternehmen beteiligt ist, den Netzwerk-Firmen die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung, um sich niederzulassen.

Neue Beteiligungen sind vorerst nicht geplant

Neue Beteiligungen an deutschen Firmen sind vorerst nicht geplant, sagt Bicknell, auch wenn sich CMGI nach Unternehmen umsehe, die sich auf Infrastruktur-Lösungen spezialisiert haben.

"Wir schauen uns in Europa weniger nach neuen Investitionsmöglichkeiten um. Wir wollen uns vor allem um bisherige CMGI-Beteiligungen kümmern", so der Europa-Chef.

Bisher tummeln sich drei Unternehmen auf dem deutschen Markt, an denen CMGI beteiligt ist: das Neu-Isenburger Unternehmen Adtech, das sich auf die Auslieferung von Werbebannern spezialisiert hat, das Münchner Internetportal Bluxxun, an dem CMGI eine Mindertheitsbeteiligung hält, und das amerikanische Marketing- undd CMGI-Unternehmen Engage, das seit Anfang des Jahres mit einer Depandance in Neu-Isenburg in Deutschland vertreten ist.

CMGI fährt hohe Verluste ein

CMGI hat lange von dem Boom der Internetwerte an der Börse profitiert. Seit April dieses Jahres hat die CMGI-Aktie allerdings nahezu 80 Prozent verloren. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 1999/2000 schloss das Unternehmen mit einem Minus von 633 Millionen Dollar ab. Für das Geschäftsjahr 1999/2000 ergibt sich sogar bei einem Umsatz von 898 Millionen Dollar ein Fehlbetrag von 1,3 Milliarden Dollar.

CMGI-Vorstand David Wetherell hat dem Unternehmen mittlerweile einen Sparkurs verordnet. So müssen bei den Internetunternehmen Engage, Icast und Altavista bis zu 25 Prozent der Beschäftigten ihre Schreibtische räumen. Und der Börsengang von Altavista wurde auf das kommende Jahr verschoben.

ak