Montag, 16. September 2019

EEG-Reform Ökostrom-Deal kostet Verbraucher zusätzlich zehn Milliarden Euro

Kompromisse bei der Energiewende belasten vor allem die Verbraucher

2. Teil: Haushalte und Firmen sollen in diesem Jahr 23,5 Milliarden Euro für Ökostrom zahlen

Die geplanten Einschnitte fallen damit weniger stark aus. Im Jahr 2020 ergäbe sich durch das Entgegenkommen eine Erhöhung der Umlage um 0,2 Cent je Kilowattstunde, hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgerechnet. Über die Umlage werden Förderkosten für Windräder, Biogas- und Solaranlagen auf die Strompreise umgelegt.

Haushalte und Unternehmen haben im vergangenen Jahr so viel Geld für Ökostrom bezahlen müssen wie nie zuvor. Die Kosten erreichten nach aktuellen Angaben der zuständigen Netzbetreiber 2013 rund 21,8 Milliarden Euro (2012: 17,3 Milliarden). Im neuen Jahr wird mit einem weiteren Anstieg auf etwa 23,5 Milliarden Euro gerechnet.

Weil der Ökostrom aus Wind, Sonne und Biogas 2013 an der Börse nur zwei Milliarden Euro wert war, erreichte auch die auf die Strompreise aufgeschlagene EEG-Umlage mit 19,4 Milliarden Euro einen Rekordwert. Ein Vier-Personen-Haushalt zahlte im Schnitt etwa 220 Euro Ökostromumlage im Jahr. Alle bisherigen Vergütungen für Ökostromanbieter sind auf 20 Jahre garantiert, nur an künftigen Zahlungen kann etwas geändert werden.

Nach den Verhandlungen im Kanzleramt hieß es vergangene Woche, Bund und Länder seien entschlossen, die Kostensteigerungen bei der Umlage für den Ökostrom-Ausbau zu begrenzen und gleichzeitig einen verlässlichen Ausbaupfad für die Energiewende zu vereinbaren. Die Novelle soll am Dienstag vom Kabinett beschlossen werden und im August in Kraft treten.

rei/dpa

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