Analysten Empfehlungen am Nachmittag

Hornblower Fisher empfiehlt Tele Atlas als "Kauf". ABN Amro rät spekulativen Anlegern, Biodata zu kaufen. Deutsche Telekom ist für ABN Amro derzeit unterbewertet. Merck Finck stuft British Airways auf "Marketperformer".

Frankfurt am Main - Hornblower Fischer hat den Telematik-Spezialisten Tele Atlas (927 101) spekulativen Anlegern kurzfristig zum "Kauf" empfohlen. Die Analysten bewerteten vor allem die Positionierung des Unternehmens in Deutschland und die ambitionierten Expansionspläne auf dem amerikanischen Markt als positiv. Die Fokussierung auf ein Produkt und die geplanten Verluste seien aber ein hohes Risiko für die weitere Entwicklung der Aktien.

Als Anbieter von digitalen Straßenkarten, die bei Kfz-Leitsystemen verwendet werden, gehöre Tele Atlas mit einem Marktanteil in Deutschland von 58 Prozent zu den führenden Unternehmen in diesem Sektor. Die Halbjahreszahlen seien im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 54 Prozent auf 27,9 Millionen Euro und beim operativen Ergebnis verringerte sich der Fehlbetrag um 59 Prozent auf 1,5 Millionen Euro. Im zweiten Halbjahr sei aber durch die hohen Investitionen in Nordamerika mit einem größeren Verlust zu rechnen. Die Expansion auf dem US-Markt bewerten die Finanzexperten grundsätzlich aber positiv. Im Gegensatz zu Europa sei dieser kaum entwickelt und biete daher enorme Wachstumschancen.

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Biodata: Partner gefunden / "Kauf" (ABN Amro)

ABN Amro stuft Biodata (542 270) weiter mit "Kauf" ein. Die zehnprozentige Beteiligung für sechs Millionen Euro an dem Software-Unternehmen Cobion sei positiv einzuschätzen. Als Teil der strategischen Partnerschaft würde gemeinsam eine Firewall "I-Watch" entwickelt werden, die automatisch Webseiten mit pornographischem bzw. rechtsradikalem Inhalten blockiere.

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Deutsche Telekom: Einstieg in den USA / "Unterbewertet" (ABN Amro)

ABN Amro stuft die Deutsche Telekom (555 750) weiter als "Unterbewertet" ein, nachdem gestern US-Senator Trent Lott den US-Kongress aufgefordert hatte, die Übernahme von VoiceStream nicht zu blockieren. Die Erklärung des US-Senators mache die 50,7 Milliarden Dollar schwere Übernahme sehr wahrscheinlich.

Gerüchte, nach denen die deutsche Regierung Staatsanleihen ausgeben wolle, die in Telekomaktien umtauschbar wären, würden sich deshalb kaum bewahrheiten. Der Verkauf des Staatsanteils sei nicht sofort erforderlich und die Bundesregierung wolle die Aktien nicht zu einem so niedrigen Preis verkaufen. ABN Amro erwartet für das laufende Jahr einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 2,53 Euro und für das Jahr 2001 einen EPS von 1,93 Euro.

(Chart / Firmenprofil)

British Airways: Erfolglose Brautschau / "Marketperformer" (Merck Finck)

Merck Finck & Co hat British Airways (872 391) als "Marketperformer" bestätigt. Das Unternehmen leide darunter, in Kontinentaleuropa noch keinen Partner gefunden zu haben. In vier bis sechs Jahren, schätzen die Analysten, werde die Fluglinie in ihrem Heimatflughafen Heathrow an die Grenzen des Wachstums stoßen. Mailand, Rom oder Zürich könnten Verkehr von dem ausgelasteten Londoner Flughafen übernehmen, zumal die Alitalia ebenfalls auf Brautschau ist.

Die Betriebsgewinnmarge soll mittelfristig auf 10 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig sei anvisiert, die Kapazität der Fliegerflotte um 10 Prozent zu reduzieren. Der Vorstandsvorsitzende Eddington gab für die Ergebnisziele keinen zeitlichen Rahmen an, monierte Merck Finck & Co.

(Chart, London)