Montag, 20. Mai 2019

HDW Chefs bekommen Laufpass

Der Vorstand muss gehen. Er soll sich mit dem Mutterkonzern Babcock Borsig überworfen haben. Damit steht innerhalb von zwölf Monaten bereits der zweite Wechsel in der Chefetage der Howaldtswerke Deutsche Werft bevor.

Kiel - Am Donnerstag sollen "mehrere der vier Vorstandsmitglieder, darunter auch Vorstandssprecher Dirk Rathjens, entlassen werden", heißt es in einem Bericht des "Flensburger Tageblatt".

Hintergrund des erwarteten Führungswechsels sei ein "tief greifendes Zerwürfnis" zwischen den Vorständen des Mutterkonzerns Oberhausener Babcock Borsig und der HDW-Spitze.

Dabei soll es vorrangig um die Finanzverantwortung für Geschäfte der Kieler Schiffbauer gehen. Die Oberhausener machen die HDW-Führung für Verluste im Handelsschiffbau in einer Größenordnung von mehreren hundert Millionen Mark verantwortlich. Die Verluste seien unter anderem beim Bau der "Super-Fast"-Fähren entstanden.

Babcock hatte im vergangenen Jahr die Mehrheit der HDW-Anteile von der Preussag übernommen. Einziger Tagesordnungspunkt der turnusmäßigen Sitzung des Aufsichtsrates am Donnerstag seien "Vorstandsangelegenheiten", bestätigte Kiels IG Metall-Chef und stellvertretender Vorsitzender des HDW-Aufsichtsrates Wolfgang Mädel dem Blatt.

Sollte der Vorstand tatsächlich gehen müssen, steht der HDW innerhalb von 12 Monaten bereits der zweite Wechsel in der Führungsspitze an. Ende letzten Jahres war der Vorstand nach dem Zusammenschluss mit der schwedischen Werft Kockums Naval Systems AB und der HDW umstrukturiert worden.

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