DaimlerChrysler Mehr Jeeps für China

Die Stuttgarter wollen ihrem Jeep-Joint-Venture in China neues Leben einhauchen. Investiert werden sollen 226 Millionen Dollar. Währenddessen klemmt es in den USA, wie eine Gewinnwarnung bestätigt.

Stuttgart - Mit einer Investitionsspritze von 226 Millionen Dollar will DaimlerChrysler das vor 16 Jahren von den Amerikanern gegründete Joint-Venture Beijing Jeep Corp mit neuem Leben versehen.

Die gemeinsame Firma produziert derzeit gerade mal 20.000 Autos im Jahr. Dagegen konnten die zwei Volkswagen-Ableger in China im vergangenen Jahr 315.000 Autos verkaufen.

Mit dem Kapital wird sich die Beteiligung von DaimlerChrysler am Joint-Venture von 42 auf 50 Prozent erhöhen. Zugleich soll ein neues Fahrzeugmodell entwickelt werden, hiess es bei Beijing Jeep.

Analysten bewerten China-Deal zurückhaltend

Die Bereitschaft der Chinesen, Anteile an DaimlerChrysler zu verkaufen, entsteht auch aus der Furcht, dass mit einem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation WTO ein Flut zollgünstiger Importautos den einheimischen Autoproduzenten kräftig Konkurrenz machen werden.

Analysten sehen den Schritt DaimlerChryslers etwas kritisch: China gilt zwar als einer der am schnellsten wachsenden Märkte für die Automobilindustrie in den nächsten Jahren.

Doch je besser die Strassen im Land werden, desto eher interessieren sich die potenziellen Autokäufer für die komfortablen Limousinen von Volkswagen und General Motors - weniger für Geländewagen.

Gewinnwarnung in den USA

Auch in den USA haben die Stuttgarter ein Problem. Konzern-Lenker Jürgen Schrempp musste am Mittwoch eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal ausgegeben, weil die Chrysler-Sparte Verluste schreibt.

Der prognostizierte Verlust sei jedoch geringer als von vielen Investoren erwartet, kommentierten Händler. Nach Bekanntgabe des Verlusts drehte die DaimlerChrsyler-Aktie am Mittwoch nachmittag ins Plus Aktienkurs steigt trotz Gewinnwarnung.

Dennoch sei die Gewinnwarnung für die deutschen Autobauer unangenehm, heißt es in Branchenkreisen. Schließlich habe Chrysler Mitte der 90er Jahre vor der Übernahme durch Daimler ihre einheimischen Konkurrenten beim Gewinn je Fahrzeug deutlich ausgestochen.

Verwandte Artikel