Einfuhrpreise Stärkster Anstieg seit 20 Jahren

Die rasante Teuerung bei Öl und der schwache Euro lassen die Importpreise in Deutschland auf Rekordwerte schnellen. Im August stiegen sie so stark wie seit 20 Jahren nicht.

Wiesbaden - Die deutschen Importpreise sind im August stärker gestiegen als erwartet. Sie kletterten im August um 1,4 Prozent zum Vormonat nach 0,4 Prozent im Juli.

In der Jahresrate schnellten die Einfuhrpreise um 11,9 Prozent nach oben; der stärkste Anstieg seit 1981. Im Juli und Juni hatte die Teuerung bei Importwaren noch 10,9 Prozent betragen, teilte das Statistische Bundesamt weiter mit.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg von nur 0,7 Prozent zum Vormonat und um 11,0 Prozent zum Vorjahr gerechnet. Ohne Erdöl und Mineralölerzeugnisse lagen die Importpreise 0,9 Prozent über dem Vormonatswert und 7,6 Prozent zum Vorjahreswert.

Wichtigste Gründe für den stärker als erwarteten Anstieg waren die Steigerung der Ölpreise sowie der niedrige Euro-Wechselkurs.

Die stärkste Teuerung verzeichneten die Statistiker bei Erdgas, dessen Preis an das Öl gekoppelt. Binnen Jahresfrist musste fast das Doppelte (plus 95,3 Prozent) bezahlt werden.

Mineralölerzeugnisse verteuerten sich seit August 1999 insgesamt um 74,1 Prozent - die Preise für Diesel und leichtes Heizöl zogen sogar um 94,5 Prozent an.

Der drastische Preisanstieg an den Ölmärkten hat auch die Verbraucher längst erreicht, hatte das Statistische Bundesamt bereits am Montag erklärt. Nach erster Schätzung lag die jährliche Inflationsrate im September bei 2,4 Prozent, nach 1,8 Prozent im Vormonat. Die Teuerung erreichte damit ihren höchsten Stand seit August 1997.