IWF Köhler lobt die Weltwirtschaft, den IWF und die Intervention der EZB

Der neue Geschäftsführende Direktor des IWF Horst Köhler bleibt trotz des Ölpreises optimistisch über die Aussichten für die Weltwirtschaft. Dem IWF gibt er eine weitreichende Rolle als Entwicklungshelfer.

Prag - In seiner Eröffnungsrede zur Jahrestagung der Bretton-Woods-Institutionen sagte Köhler, man wisse, dass es beim Ölpreis beträchtliche Risiken gebe. Diese Risiken müssten aber bei angemessenem Politik-Management nicht zum Tragen zu kommen. Da sei sich der Internationale Währungs- und Finanzausschuss (IMFC) einig.

Köhler räumte zwar auch ein, dass die Ölpreisentwicklung für die ärmsten Länder der Welt einen erheblichen Rückschlag darstelle. Allerdings sei auch den ölerzeugenden Ländern klar, dass der hohe Ölpreis nicht ihrem Interesse liege.

IWF soll sich nicht nur auf finanzielle Stabilität konzentrieren

Dem IWF wies Köhler den Auftrag zu, makroökonomische Stabilität zu fördern, um anhaltendes Wirtschaftswachstum erst zu ermöglichen. Der Fonds müsse sich darauf konzentrieren, vernünftige Währungs-, Fiskal- und Wechselkurspolitiken und die dazu nötigen Institutionen zu stärken und zu fördern. Das schliesse auch Strukturreformen in einzelnen Ländern ein.

Der Fonds habe die Aufgabe, über das internationale Währungssystem zu wachen und dessen effektives Funktionieren zu sichern.

Dies verpflichte den IWF, systemrelevanten Themen auf Finanzmärkten, national sowohl als auch international, besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Industrieländer sollen ihre Märkte öffnen

Kritisch merkte der neue IWF-Chef an, viele Industrieländer hätten noch nicht ausreichend Gefühl für die Dringlichkeit entwickelt, zum strukturellen Wandel beizutragen. Es sei im Interesse der Industrieländer als auch im Interesse der Weltwirtschaft, wenn diese bei der Öffnung ihrer Märkte entschlossen die Führung übernähmen.

Ausgeglichene Wechselkurse nötig - EZB zeigt "Reife"

Dies schließe auch das notwendige Bewusstsein der Bedeutung ausgeglichener Wechselkurse zwischen den großen Währungen ein. In diesem Zusammenhang begrüßte Köhler das gemeinsame Handeln der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderer bedeutender Zentralbanken, um den Euro besser in Einklang zu bringen mit den Fundamentaldaten der europäischen Volkswirtschaft. Diese Aktion zeige auch die "institutionelle Reife" der EZB, betonte Köhler.