Siemens Baut Referenzen im UMTS-Markt auf

Konzern-Chef Heinrich von Pierer hat einen Etappensieg beim Kampf um den Aufbau der UMTS-Infrastruktur errungen. Die Chancen, sich auf diesem Markt zu behaupten, stehen gut. Anleger können davon profitieren.

Frankfurt am Main - Als wichtige Referenz für Siemens bezeichnet Frank Rothauge von Sal. Oppenheim den Auftrag, für das italienische Wind-Konsortium die UMTS-Netzwerktechnologie zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung sei natürlich, dass Wind bei der italienischen Auktion eine UMTS-Lizenz ersteigere.

In einem Pilotprojekt auf der Isle of Man habe Siemens bereits zusammen mit einer BT-Tochter eine Anlage mit UMTS-Technologie installiert. Im einzelnen handele es sich dabei um Funkstationen und Funkantennen, mit denen Telefonanrufe aufgefangen würden sowie Vermittlungsstellen, an denen die Anrufe ins Netz gestellt würden, erklärte Rothauge.

Nach dem Pilot-Projekt kommen Folgeaufträge

Nun sei es wichtig für Siemens, entsprechende Aufträge darüber zu bekommen. "Mit dem Wind-Auftrag kann Siemens Referenzen vorweisen, die vielleicht Folgeaufträge nach sich ziehen", erklärte er.

Das Auftragsvolumen schätzt er auf etwa 1,5 Milliarden Euro. Insgesamt koste der Aufbau für ein UMTS-Netz innerhalb von fünf Jahren etwa fünf Milliarden Euro, davon gehe ein großer Teil in den Erwerb von Grundstücken.

Die Kosten für das Equipment veranschlagt der Analyst mit bis zu drei Milliarden Euro. Dabei werde es vermutlich einen Hauptlieferanten geben und mehrere kleine Komponentenzulieferer.

Siemens kann auf Rang drei der UMTS-Lieferanten aufrücken

Nach Ansicht von Rothauge hat Siemens nach Erisson und Nokia gute Chancen, auf Platz drei unter den UMTS-Lieferanten vorzurücken. Auch von der Finanzierungsseite stehe Siemens gut dar, so dass nach Aussagen von Rothauge eine recht gute Marktabdeckung kein Problem darstellen sollte.

Bei Ericsson und Nokia hingegen dürften die Finanzierungskapazitäten bald erschöpft sein, so der Analyst.

Sein Siemens-Anlagevotum lautet daher: "Kauf". Das Kursziel auf Sicht von sechs Monaten gibt er mit 202 Euro an. Derzeit wird der Wert mit 156 Euro gehandelt.