M-Commerce Schnelligkeit ist nicht entscheidend

Im "Mobile Commerce" kommt es nicht auf schnelle Datenübertragung an, viel wichtiger sind die kundenorientierten Inhalte. Europäische Mobilfunkfirmen können noch viel von den Japanern lernen, ermittelte Jupiter Research.

London - Nach einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Jupiter Research dauert es noch zwei Jahre, bis Europa und USA genau so viel Umsatz aus M-Commerce generieren werden wie in Japan. Das Marktforschungsinstitut hat ermittelt, dass in Japan bis Ende des Jahres 400 Millionen Dollar durch M-Commerce-Geschäfte umgesetzt werden. Für Europa und USA sein es dagegen nur 15 Millionen Dollar beziehungsweise 10 Millionen Dollar.

In den kommenden Jahren müsse in Europa und USA zunächst die Infrastruktur für M-Commerce geschaffen werden. Jupiter empfielt dabei vor allem auf Business-Modelle zu setzen, die in Japan zum Erfolg geführt haben.

Das Marktpotenzial ist groß. Jupiter prognostiziert für das Jahr 2003 einen Umsatz von 7,6 Milliarden Dollar, der über M-Commerce generiert wird. Dabei entfallen auf Europa 1,7 Milliarden Dollar, auf Japan 3,5 Milliarden und auf USA 600 Millionen. Bis dahin soll die Zahl der Handynutzer in den USA auf 115 Millionen und in Europa auf 254 Millionen angestiegen sein.

NTT erfüllt beispielhaft Kundenwünsche

Als ein Beispiel für ein gelungenes Geschäftsmodell nennt Jupiter den Mobilfunkanbieter und Internetprovider NTT Docomo. Er habe mit "iMode" auf beispielhafte Weise einen Internetzugang für den Mobilfunk gestartet - bei dem Dienst können die Kunden selber einstellen, welche Dienstleistungen sie in Anspruch nehmen wollen und welche nicht.

"Dieser offene Ansatz gibt den Kunden, was sie sich wünschen – und genau dieses transparente Geschäftsmodell sollten die europäischen und US-amerikanischen Mobilfunkfirmen übernehmen", rät Seamus McAteer, ein Marktforscher von Jupiter Research.

Vier Schlüsselelemente sind Basis des Erfolgs

Der Erfolg im M-Commerce basiert laut der Studie auf vier Schlüsselelementen. Zum einen müssen bereits Endgeräte auf dem Markt sein, die auf den Datenaustausch zugeschnitten sind. Weiterhin müssen paketbezogenen Daten-Netzwerke vorhanden sein, die das wirtschaftliche Angebot von interaktiven Diensten ermöglichen. Zusätzlich sollte die Chancengleichheit für Inhalte-Anbieter und die Infrastruktur für die Zahlungsmethoden vorhanden sein.

Hohe Summen für UMTS-Lizenzen sind "nicht zu rechtfertigen"

Entgegen der weit verbreiteten Annahme liege der Erfolg von M-Commerce nicht in der Tatsache einer schnellen Übertragung. "Die hohen Summen, die in Deutschland und Großbritannien für die UMTS-Lizenzen gezahlt wurden, seien nicht zu rechtfertigen", behauptet Johan Montelius, Mobilfunk-Experte bei Jupiter Research. Der "Technik-Hype" (Montelius) werde bald abebben und den Weg für content-basierte Angebote frei machen.