Euro Eingreifen der Zentralbanken wird erwartet

Die Währung ist erneut unter Druck geraten. Nun warten die Devisenmärkte auf Signale der Notenbanken, ob mit weiteren Interventionen zu rechnen ist.

Frankfurt am Main - Der Euro ist am Dienstagmorgen schwach in den Frankfurter Handel gestartet. Die Gemeinschaftswährung kostete 0,8742 Dollar. Damit war die US-Devise 2,2372 Mark wert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 0,8770 (Freitag 0,8890) Dollar festgesetzt.

Weitere Stützungskäufe scheinen nötig

Einziger Grund für einen Euro-Kurs von mehr als 0,86 Dollar seien die Interventionen der Zentralbanken vom Freitag, sagte ein japanischer Händler. Auf dem Devisenmarkt steige derzeit die Sorge davor, dass Folge-Interventionen der größten drei Zentralbanken ausblieben.

Ein Ausbleiben neuerlicher Interventionen würde zu einem Kursverfall führen, sagte der Händler. Auf dem Devisenmarkt rechneten die meisten Akteure mit einem Schritt der Notenbanken kurz vor oder kurz nach dem dänischen Referendum am Donnerstag.

Nachhaltigen Aufwärtsschwung könne die Europa-Währung allerdings lediglich durch ein Abflauen der US-Märkte bekommen.

Analysten von HSBC Trinkaus & Burckhardt rechnen für den Fall ausbleibender Folge-Interventionen damit, dass der Euro auf bis zu 0,8710 Dollar abrutscht.

Kommentare des japanischen Vize-Finanzministers hätten aber Gerüchten Nahrung gegeben, wonach neuerliche Eingriffe der großen drei Notenbanken bevorstünden.

Devisenexperten sehen noch keine Trendwende

"Es gibt keinen Umschwung beim Euro", sagte der New Yorker Devisenfachmann Andrew Delano. Die Auswirkungen der koordinierten Notenbankintervention zugunsten des Euros vor dem G-7-Treffen in Prag wurden von positiven US-Wirtschaftsdaten und dem hohen Zinsunterschied zwischen den USA und Europa wieder zunichte gemacht, wie es im New Yorker Devisenhandel hieß.

Zudem erklärte der amerikanische Finanzminister Larry Summers, dass ein starker Dollar weiter im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten sei.